Steinzeit in Georgien

Die ältesten Spuren einer Besiedlung in Georgien finden sich in Dmanissi. Dort wurden seit 1991 bislang fünf Schädel von Menschen der Spezies Homo Erectus ausgegraben. Diese Funde gelten als die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung in Georgien. Mehr dazu finden Sie im Kapitel Archäologie in Georgien auf der Georgienseite.

Das Bild oben zeigt eine Rekonstruktion der ersten Georgier vor knapp 1,8 Mio Jahren: Mzia und Seswa.

Acheuléen

In der mittleren Altsteinzeit, dem Acheuléen (1,76 Mio – 150.000 Jahre vor heute) begann die erste Besiedlung in Georgien. Aus dieser Zeit gibt es Fundstellen, die nahe des Schwarzen Meeres und an den Ufern von Flüssen liegen. Eine dieser Fundstellen ist nördlich von Sochumi in Jaschtchwa. Dort gibt es eine Siedlungskontinuität bis in die Neusteinzeit. 

Zum Ende des Acheuléen hin zog es die Menschen in Georgien in die Gebirgsregionen. So fand man in den Höhlen von Kudaro auf dem Territorium der abtrünnigen Teilrepublik Südossetien in Georgien in einer Höhe von ca. 1.600 m über NN Spuren menschlicher Besiedlung und von Mardern. Die Menschen lebten von der Jagd und nutzten einfache Steinwerkzeuge, die u. a. aus  Andesit, Jaspis, Feuerstein oder Basalt gefertigt waren. 

Der Zeitraum von Siedlungen in den Gebirgsregionen in Georgien kann für die Bronzezeit nachgewiesen werden. Für das Jungpaläolithikum gibt es jedoch keine Funde. Man vermutet einen Klimawandel als Grund für die fehlenden Spuren menschlicher Besiedlung in diesem Zeitfenster. 

Moustérien

In der Zeit des Moustérien (120.000 – 40.000 Jahre vor heute) lebten vor allem Neandertaler in Georgien. Diese entwickelten eine recht dichte Besiedlungsstruktur und nutzten fast die gesamte Fläche des Landes. Die größten Siedlungsgebiete des Neandertalers lagen an der Küste des Schwarzen Meeres, in der Ebene der Flüsse Rioni und Qwirila sowie in den Tälern von Ksani, Liachwi und Prone. 

Neandertaler in Georgien

Die Neandertaler lebten als Jäger und Sammler. Ihre Werkzeuge zeichneten sich gegenüber der vorhergehenden Zeit durch eine feinere Bearbeitung aus. Zudem nutzten sie Obsidian als Material für die Werkzeuge. Belegt ist auch die Nutzung von Feuer. 

Auf das Moustérien folgte erneut ein Klimawandel mit einer Abkühlung. Die Neandertaler zogen sich aus den höher gelegenen Siedlungsplätzen zurück und bildeten dichte Siedlungen an der Küste des Schwarzen Meeres und der Ebene des Rioni. Aus dieser Zeit datieren Jagdwerkzeuge wie Pfeil und Bogen, die man in einer Höhle bei Kutaissi fand. Dabei fanden sich auch Schmuckstücke. 

Nach der Eiszeit

Am Ende der letzten Eiszeit im Mesolithikum um ca. 12.000 v. Chr. begannen sich die Siedlungen wieder in die Gebirgsregionen in Georgien hinein auszubreiten. Die Menschen nutzten Fische als Nahrungsquelle und wurden sesshafter. 

In der Zeit des Neolithikum vom 8. bis zum 5. Jahrtausend v. Chr. begannen die Menschen in Georgien dann mit der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Siedlungsspuren finden sich vor allem in Westgeorgien. Die Menschen lebten wahrscheinlich in Häusern, die aus Holz errichtet waren. 

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