Der Kaukasus in Georgien

Georgien besteht zu rund 80% aus Gebirgen. Bereits in der Antike baute in man in georgischen Bergwerken Gold und andere Metalle ab. In vielen Orten Georgiens sprudeln Mineralquellen aus dem Boden, das Bäderviertel in Tbilissi zeigt eine Nutzung dieser natürlichen Ressource. Mehrere Erdbeben erschüttern Georgien und die angrenzenden Länder in den letzten Jahrzehnten. Dies deutet an, welche Bedeutung die Geologie für Georgien hat.

Gliederung des Kaukasus

Das prägende Gebirge für Georgien ist der Kaukasus. Den einen Kaukasus gibt es allerdings nicht. Das Hochgebirge gliedert sich grob in zwei Teile: Den großen Kaukasus und den Kleinen Kaukasus. Während der erste Gebirgszug Georgien nach Norden hin abgrenzt, bildet der kleine Kaukasus die natürliche Grenze Georgiens nach Süden hin. Beide Gebirge entstammen unterschiedlichen Phasen der Gebirgsbildung. Während der ältere Kleine Kaukasus Bergspitzen bis zu 3.700 m Höhe aufweist, ist der jüngere Große Kaukasus auf georgischem Staatsgebiet bis zu 5.300 m hoch.

Teil des Alpidischen Gebirgssystems

Der Kaukasus ist Teil des Alpidischen Gebirgssystems, dass sich von den Pyrenäen über die Alpen bis hin zum Himalaja erstreckt. Entstanden sind diese Gebirgsketten durch die Kollisionen mehrerer Kontinentalplatten, die von Süden her gegen die Eurasische Platte stoßen. Damit bildet Georgien die geographische Grenze zwischen Europa und Asien.

Großer Kaukasus

Der Große Kaukasus verläuft entlang einer von Nordwesten nach Südosten gerichteten Linie. Er ist mehr als 1.100 km lang und bis zu 180 km breit. 

Das Gebirge entstand in der Zeit der alpidischen Gebirgsfaltung in mehreren Phasen, am Übergang vom Tertiär zum Pleistozän vor etwa 2 Millionen Jahren. In seinem zentralen Teil besteht er aus einem Granitkern, der nach Osten hin untertaucht. Um den Kern herum liegt ein Mantel aus Schiefer. Dieser bildete sich durch Metamorphose von Erstarrungs- und Sedimentgesteinen unter Einfluss von Temperatur und Druck.

Die höchsten Gipfel im georgischen Teil des Großen Kaukasus sind: 

  • Schchara - 5.200 m (Grenze zu Russland)
  • Dzhangitau - 5.058 m (Grenze zu Russland)
  • Kasbeg - 5.047 m 

Der Große Kaukasus lässt sich in den Zentralkaukasus und den Ostkaukasus unterteilen. Die Grenze zwischen beiden Teilen ist der Terek-Durchbruch, durch den die Trasse der Georgischen Heerstraße verläuft.

Kleiner Kaukasus

Auch der Kleine Kaukasus verläuft entlang einer von Nordwesten nach Südosten gerichteten Linie. Seine Länge liegt bei 600 km, die Breite des Gebirges liegt bei 120 km. Die höchsten Gipfel des Kleinen Kaukasus überschreiten 3.700 Meter. 

Der Kleine Kaukasus ist Teil einer Gebirgskette, die sich von Anatolien bis ins iranische Bergland hinzieht. Das Gebirge entstand in mehreren Phasen der Auffaltung. Seinen westlichen Teil bildet das Meßchetische und das Trialetische Gebirge, sie bestehen aus gefalteten Sedimentgesteinen des Alttertiärs und der Oberkreide. Diese Teile des Kleinen Kaukasus sind ca. 60 bis 80 Millionen Jahre alt. Die Gesteine des zentralen und östlichen Teils des Kleinen Kaukasus sind im Jura vor ca. 160 Millionen Jahren entstanden. Anzeichen ehemaliger vulkanischer Aktivität finden sich im Kleinen Kaukasus mit erstarrtem Magma, das die Faltungen durchsetzt. Seine Höhenzüge sind durch die Erosion gerundet. Erst mit der Bildung des Großen hat sich der Kleine Kaukasus auf die heutige Höhe von 3.000 – 3.700 Metern gehoben. 

Auswirkungen auf Klima

Die beiden Gebirgszüge des Kaukasus bringen für Georgien eine klimatische Gunst mit sind. Der Große Kaukasus schirmt Georgien gegen die kalte Witterung im Winter aus Russland ab, der Kleine Kaukasus gegen die heißen Wüstenwinde im Sommer aus dem Iran. Diese Klimagunst begünstigt in Georgien den Anbau von Wein und Zitrusfrüchten, die vor klimatischen Extremen geschützt sind.

Verkehr

Die beiden Gebirgszüge beeinflussen naturgemäß die Möglichkeiten des Verkehrs in Georgien. Während das Trialetische und das Lichi-Gebirge Georgien in einen West- und einen Ostteil unterteilen, schirmen die beiden Gebirgszüge des Kaukasus Georgien gegen die Nachbarn im Norden und Süden ab. 

Über Jahrhunderte war der Große Kaukasus eine Barriere zu Russland. Gegen Ende des 18. Jahrhundert geriet der Gebirgskamm in den Focus der verkehrlichen Entwicklung, als das russische Zarenreich seinen Machtbereich nach Süden auszuweiten gedachte. Man nutzte den Terek-Durchbruch und baute die Georgische Heerstraße

Ein weiteres Bauprojekt rund 200 Jahre später zum Bau einer Bahnstrecke zwischen Tbilissi und Wladikawkaz scheiterte 1989 mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der Sowjetunion.

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