Geschichte der Wirtschaft in Georgien

Die Wirtschaft in Georgien beruht seit mehreren Tausend Jahren im wesentlichen auf den beiden Stützpfeilern Landwirtschaft und Bergbau. In den letzten Jahrhunderten kamen noch Industrie und Tourismus hinzu. In diesem Kapitel möchten wir Ihnen einen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung in Georgien geben. 

Die Antike in Georgien

Bereits in vorchristlicher Zeit gab es einen Handel mit Wein und Rohstoffen zwischen Georgien und den damaligen Ländern der antiken Welt. Rund ein Jahrtausend vor Christus gründeten die Griechen beim heutigen Wani in der Kolchis eine Stadt, die dem Handel diente. Über den Rioni verschiffte man Waren durch die kolchische Ebene von Kutaia, dem heutigen Kutaissi, zur Hafenstadt Phasis, dem heutigen Poti. Archäologische Funde in Wani zeigen den Reichtum der damaligen Zeit. Dabei wurden nicht nur Gold, Silber, Kupfer, Mangan und Eisen verschifft, mindestens seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. handelte man auch mit georgischem Wein. Der Handel war meist in armenischer Hand, die Herstellung von Waffen auf Basis der in Georgien abgebauten Erze hingegen war georgischen Handwerkern überlassen.

Sowjetische Zeit in Georgien

Industrie

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Industrie nach Georgien. Mit der Eingliederung in die Sowjetunion wurde die Schwerindustrie planmäßig ausgebaut. In Kutaissi entstand ein Automobilwerk, in Rustawi ein Stahlwerk, in Tbilissi wurden elektrische Lokomotiven hergestellt. In der Folge stieg der Wert der Warenproduktion zwischen 1913 und 1986 um das 70fache. 

Jedoch sah die Planwirtschaft die gesamte Sowjetunion als einheitlichen Wirtschaftsraum. Daher saßen die Zulieferer für die Werke in anderen Teilen des Staates. Das Maganerz wurde in der Ukraine und Südrussland verarbeitet. Für die Zeit nach der Unabhängigkeit bedeutete dies, dass die Lieferungen aus den GUS-Staaten ausblieben und beiden Werke schließen mussten. Sie konnten keine Produkte liefern, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig waren. In den 70er Jahren hatte die westliche Industrie die Technologie der östlichen Staatshandelsländer endgültig überholt. Dies bedeutete auch das Fehlen von Devisen, mit denen man Investitionen hätte tätigen können.

Tourismus

Auch in der Zeit der Sowjetunion galt Georgien als beliebtes Reiseland, bedingt durch die landschaftlichen Gegebenheiten und das subtropische Klima. An der Küste des Schwarzen Meeres und in den Gebirgen entstanden Ferienheime und Sanatorien. Beliebte Orte waren Sochumi am Schwarzen Meer sowie Borjomi und Bakuriani.

Ende der Sowjetunion

Das Ende der Sowjetunion stürzte die georgische Wirtschaft in eine tiefe Krise. Bedingt durch die arbeitsteilige Gliederung der Wirtschaft in der Sowjetunion waren die georgischen Betriebe von Zulieferern und von Absatzmärkten abgeschnitten. Davon betroffen waren sowohl die Schwerindustrie und der Maschinenbau wie auch die Landwirtschaft. So ging das Produktionsvolumen in Georgien von 1989 bis 1994 um 75% zurück.

Bürgerkriege

Ein weiterer Faktor für die Wirtschaftskrise waren die politisch unruhigen Zeiten im Lande. Die Bürgerkriege mit den abtrünnigen Teilrepubliken Abchasien und Südossetien belasteten das Land. Zudem herrschte eine weit verbreitete Korruption in Georgien, die einen wirtschaftlichen Neuanfang hemmte.

Währung

Diese Krise hatte eine galoppierende Inflation zur Folge. Im Zeitraum bis 1995 stiegen die Verbraucherpreise um das 7.000-fache an. Auch die Einführung des Couponi als neue Währung brachte keine Besserung. 

Eine Besserung stellte sich erst mit der Einführung des Lari im Oktober 1995 ein, der heute noch genutzten Währung in Georgien. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab Georgien Kredite in Höhe 206 Millionen US-Dollar, Deutschland schoss weitere Kredite in Höhe von 50 Millionen Mark hinzu.

Aufschwung durch Tourismusbranche

Nach der Krise mit dem Ende der Sowjetunion und den Bürgerkriegen zu Beginn der 1990er Jahre sorgte der Krieg mit Russland im August 2008 für einen weiteren Einbruch in der georgischen Wirtschaft. Seitdem beginnen aber einige Entwicklungen Auswirkungen zu zeigen, die nach dem Ende der Ära Schewardnadse in Kraft gesetzt worden waren. 

Die Regierung Saakaschwili hatte der Korruption in Georgien den Kampf angesagt. Auf den niederen Ebenen der Verwaltung und der Polizei ist es damit tatsächlich vorbei. Weitere Punkte sind die Vereinfachung des Steuersystems in Georgien und die Erleichterung bei der Gründung eines neuen Unternehmens. 

Zudem konnten Investoren aus dem Ausland angezogen werden. Die Auswirkungen spürt man in Tbilissi in einer regen Bautätigkeit, wobei die Projekte nicht immer die gesetzlichen Vorstellungen einhalten. 

Wie schon in der Zeit der Sowjetunion ist der Tourismus wieder zu einer führenden Einnahmequelle in Georgien geworden. Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist die Zahl der aus dem Ausland anreisenden Touristen jedes Jahr um einen zweistelligen Prozentbetrag gewachsen. Im Jahr 2016 sorgte die Tourismusbranche alleine für fast 2 Milliarden US-Dollar an Einnahmen.

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