Tradition des Tanzes in Georgien

Die Tradition des Tanzes in Georgien reicht, ähnlich wie bei der Musik, auf die Einführung des Christentums im 4. Jahrhundert zurück. Aus dem Nichts kam der Tanz zu dieser Zeit jedoch nicht: Er wurde von Traditionen heidnischer Bewohner abgelegener Gebirgsregionen in Georgien beeinflusst. 

Es gibt eine formale Trennung in Solo-, Paar- und Gruppentänze. Jeder Tänzer hat sich in einen gemeinsamen Plan und den tänzerischen Ausdruck einzufügen. Gleichzeitig verlieren die Darsteller dabei jedoch nicht ihre Individualität. 

Männer und Frauen haben unterschiedliche Rollen beim Tanz. Während Männer oft Kraft symbolisieren, fällt den Frauen eher eine passive, weibliche Rolle mit feinen Bewegungen zu. 

Männer zeigen artistische Darbietungen

Viele Tänze symbolisieren den Wettbewerb zwischen den Partnern, verlangen das Messen der Kräfte ihrer Stärke, Beweglichkeit und Sprungkraft. Dies zeigt sich bei den artistischen Darbietungen männlicher Tänzer auf der Bühne, wenn diese mit Schwertern gegeneinander kämpfen und beim Zusammenschlagen der Klingen die Funken über die Bühne schlagen. Nicht umsonst sind viele der georgischen Tänze ein Symbol für den Kampf und den Krieg. Dabei ist nicht unbedingt der Kampf um ein Land, sondern der Kampf um eine Frau gemeint. Zudem tanzen viele Männer auf der Spitze. 

Frauen schweben über die Bühne

Die Rolle der Tänzerinnen ist eine andere. Frauen versuchen im Spiel nie offen die Aufmerksamkeit des Partners auf sich zu ziehen. Sie bewegen sich im allgemeinen nicht in wilden Sprüngen, sondern in schnellen Trippelschritten über die Bühne. Man sieht ihre Beine und ihre Füße nicht unter den weit ausgestellten Röcken, dafür schweben sie gleichsam über die Bühne, als würden sie gar nicht den Boden berühren. Der Spitzentanz ist bei den Tänzerinnen eher nicht die Regel. 

Um so ausgreifender können die Drehungen bei den Frauen ausfallen. Eine Tänzerin kann sich langsam und feminin um sich selbst drehen, sie kann bei einer schnellen Drehung aber auch Kraft symbolisieren und ihr Kleid zum Schwingen bringen. 

Was Tänzer und Tänzerinnen vereint

Beiden Geschlechtern gleich jedoch ist, dass der Rücken stets unbeweglich bleibt, während Arme und Beine in Bewegung sind. Oft sind es im Tanz die Arme, die den Rhythmus vorgeben, etwa wenn die Tänzer über die Bühne springen, sich dabei drehen und mit den Armen ausgreifende Bewegungen vollziehen. Tänzerinnen bewegen Arme und Hände dazu voller Anmut und steigern so ihre Ausstrahlung. 

Wie kämpferisch und verwegen die Tänzer im Kampf um die Gunst einer Frau auch immer mit den Schwertern aufeinander einschlagen, es gibt ein Ritual, dass den Kampf beendet: Wenn eine Frau zwischen die Männer tritt und ein Taschentuch auf den Boden fallen lässt, dann endet der Schwertkampf auf der Stelle. 

Die Moderne stellt Rollen der Geschlechter in Frage

Das Rollenbild des georgischen Tanzes ist trotz aller Traditionen in den letzten Jahren nicht starr geblieben. Die Rollen der Geschlechter haben sich teilweise aufgelöst. Es gibt Ensembles, die lassen ihre Tänzerinnen in den klassischen Kostümen der Männer auf die Bühne springen und die gleichen Tänze aufführen wie ihre männlichen Kollegen. Dabei stehen die Frauen den Männern in artistischer Körperbeherrschung, sportlichem Ehrgeiz und künstlerischer Ausstrahlung in Nichts nach. 

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