Die Darialschlucht

Das wichtigste Nadelöhr auf der georgischen Heerstraße ist die Darialschlucht (georgisch დარიალის ხეობა, Darialis Keoba) mit einer Länge von rund 11 km im Bereich der heutigen Grenzen zwischen Georgien und Russland. Dieser Bereich der Georgischen Heerstraße ist tief als Schlucht zwischen die umgebenden Hochgebirge eingeschnitten. Felswände ragen bis zu 600 m nahezu senkrecht neben dem Flussbett des Tarek empor. Die hohen Gipfel des Kaukasus rücken bis auf einen Abstand von 8 km zusammen. Diese geographischen Besonderheiten gaben der Darialschlucht ihre wichtige strategische Bedeutung. 

Der Name der Schlucht geht auf persischen Ursprung zurück und bedeutet „Pforte zu den Alanen“, also dem nördlich der Heerstraße beheimateten Volksstamm. Plinius nannte die Schlucht Portae Caucasiae oder Portae Hiberiae. Ptolemäus nannte sie Sarmatikai Pylai (griechisch Σαρματικαι Πυλαι). 

Über dieses Nadelöhr drangen über Jahrhunderte hinweg kriegerische Nomadenstämme aus dem Nordkaukasus nach Georgien und in die anderen Länder des Kaukasus ein. Daher ergab sich für die Mächte vor Ort die Notwendigkeit eines Schutzes vor diesen Überfällen.

Festungsbau in der Darielschlucht

Im Jahr 66 vor unserer Zeitrechnung eroberte Pompeius das Königreich Iberien. Zum Schutz des Zugangs von nördlicher Seite aus ließ er in der Darialschlucht die Festung Kumania errichten. Als weitere Befestigungsanlage bauten die Römer eine Mauer aus Baumstämmen, die man mit Eisen armierte. 

Diese Festung wurde von den wechselnden Mächten in Georgien wegen ihrer wichtigen strategischen Bedeutung in den folgenden Jahrhunderten unter dem Namen Kumli weiter genutzt und ausgebaut. Sie hatte Wachtürme und einen geheimen Zugang zum Tarek. Reste dieser Festungsanlage sind heute noch zu besichtigen. 

Ab dem 5. Jahrhundert errichteten die persischen Machthaber in der Region ein Kastell mit dem Namen Biriparach. Dieses hatte Platz für rund 1.000 Soldaten. 

Ein späterer Ausbau der Festung im 5. Jahrhundert geht auf König Wachtang Gorgassali zurück. König David der Erbauer ließ im 11. Jahrhundert eine mächtige Festung errichten. 

Russland errichtete 1801 die Festung Darialskoje am nördlichen Ausgang der Schlucht. Reste der Befestigungsanlage sind auch heute noch zu sehen.

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