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Föderationsstaat
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Ein Weg zur Einheit oder die letzte Chance?
Von Badri Sarqua
Die Bundesrepublik Georgien
ist ein demokratischer, weltoffener Mehrvölkerstaat. So könnte das neue Grundgesetz und die Erfolgsstory der BRG lauten. Georgien war schon immer ein weltoffener Mehrvölkerstaat, wenn auch nicht demokratisch. Das verdeutlicht beispielsweise die Tatsache, dass man im Umkreis von wenigen Quadratmetern alleine drei Weltreligionen findet. Neben der Sionikathedrale, Sitz des Patriarchen aller Georgier, harmonieren in Tiflis seit Jahrhunderten eine armenische Kirche, eine Moschee und eine Synagoge. Das ist unser Stolz und darauf sollten wir bauen.
Die nicht kurze Geschichte Georgiens, weist viele Beispiele auf, wie großartig unsere Vorfahren waren, die ständig, Wohl, Einigkeit und Stabilität des Landes im Auge hatten. Unsere Geschichte hat auch viele dunkle Flecken, aber aus den Fehlern sollten wir lernen und jede Minute dazu nützen, um die einmal begangenen Fehler, nie wieder zu wiederholen. Unser Land und seine Einwohner haben die Wirren der Geschichte überlebt. Es gleicht nahezu einem Wunder, dass Georgien nicht von mächtigen Nachbarn verschlungen wurde.
Viele erklären unser Überleben mit unserer Stärke und unserem Lebenswille. Gewiss hat unsere Religion auch viel dazu beigetragen, aber der wichtigste Faktor waren und bleiben immer noch die großartigen Menschen unseres Landes. Georgien wäre längst von der Bildfläche verschwunden, wenn nicht die Abchasischen Fürsten, die Imeretischen und Kachetischen Könige, die Fürsten von Megrelien, Gurien, Swanetien und viele Andere sich für unser Land eingesetzt hätten.
Nach der Wende ist einiges in Georgien passiert, was uns noch lange beschäftigen wird. Wie konnte es dazu kommen? Abchasien!!!, Ossetien!!!...Was tun wir dagegen? Bis heute nichts!. Warum nicht? Weil wir keine klugen Politiker haben. Weil Georgien eine Nebensache geworden ist. Unsere "Weltklassepolitiker" weisen außer ihren "geschichtsträchtigen" Namen keine greifbaren Fähigkeiten auf, die dazu beitragen würden, die jahrhundertealten Bindungen aufzufrischen und zu verfestigen. Viele würden mich vermutlich für diese Aussage am liebsten steinigen. Wir hätten doch einen Weltklasse Politiker, behaupten sie. Den kann ich jedoch leider in Georgien nicht finden.
"Weltklasse" hat an für sich etwas merkwürdiges. Man braucht auch nicht unbedingt diese Weltklasse zu haben. Mir würde eine Mittelklasse, weiser und patriotischer Politiker oder Politikerin reichen. In den letzten Jahren ist in der georgischen Politik einiges schief gelaufen und man sollte unverzüglich etwas unternehmen, um die Schäden zu begrenzen und um das zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen. Man sollte keine Angst haben, solche Aussagen wie "Georgien über alles" zu machen und diese auch umzusetzen. Die Sachen beim Namen zu nennen ist immer noch besser als bloß so zu tun, als ob man alles mögliche für unser Land unternehmen würde.
Wie kann man die Probleme in Georgien, die weiß Gott nicht einfach sind, lösen? Der jetzige Präsident und die heutige Regierung kommen dafür nicht in Frage. Sie hatten beide genug Zeit etwas für unser Land zu unternehmen, aber leider nicht die nötige Fähigkeit oder den Willen. Auch die nachfolgende Regierung wird keine Wunder verbringen können, aber wenigstens wäre es machbar, ein paar Schritte in die richtige Richtung zu machen. Was wäre die richtige Richtung?
Ich würde mir einen Präsidenten wünschen, der das Land und seine Menschen repräsentiert. Einer, der sagen würde, dass es ihm Leid täte, was man den Abchasen , Osseten, Megrelen und allen Georgiern angetan habe. Einer, der sich für sein eigenes Benehmen und das von vielen Führungskräften entschuldigt hätte. Politische Fehler einzugestehen ist eine Sache von Weltklassepolitikern und - wie oben bereits angemerkt - solche Politiker haben wir nicht. Ob wir sie haben oder nicht, wir müssen unsere Probleme lösen.
Der erste Schritt wäre, meines Erachtens, als erster die Hand zur Entschuldigung zu reichen. Da sind wir jedoch wieder an den Punkt angelangt, an dem manche meine Steinigung wünschen. Ja! Sich entschuldigen, weil der Klügere nachgibt! Der Stärkere sollte seine Stärke zeigen. Und die Entschuldigung wäre ein Zeichen der Stärke. Viele würden fragen: Warum sollten ausgerechnet wir, Georgier, uns entschuldigen? Ganz einfach: Um unser aller Georgien wegen! Georgien sollte eine Bundesrepublik werden, mit mehreren großartigen Bundesländern und repräsentativen Landesregierungen.
Jedes Volk oder Völkchen, das in Georgien seine Heimat sieht, sollte gleichberechtigtes Mitglied der Republik werden. Georgien sollte seine momentanen Feinde nicht mit Panzern oder Gewalt bekämpfen, sondern wir sollten die Herzen all dieser Menschen erobern. In diesem Fall würde für uns nicht mal der riesige Nachbar eine Bedrohung darstellen. Die Außen und Sicherheitspolitik sollte natürlich unter anderem Bundesangelegenheit bleiben. Viele andere Bereiche sollten die abchasischen, ossetischen, megrelischen, kachetischen, adsharischen oder andere Landesregierungen nach Wünschen der Landesbürger uneingeschränkt verwalten.
Als Beispiel für eine Bundesrepublik könnte uns Deutschland, Österreich oder sogar die Schweiz mit seinen 26 Kantonen dienen. Man kann natürlich nicht alles kopieren und in Georgien genauso umsetzen wie in obengenannten Ländern die Landesstrukturen funktionieren, aber diese drei Länder könnten uns als ein Beispiel in vielen Bereichen dienen. Wäre es nicht großartig, wenn ein Abchase den ausländischen Touristen in Suchumi oder in Tiflis, ohne Bedenken sagen könnte: "Ich bin Abchase und stolzer Georgier", und wenn er voller Stolz über sein Bundesland den Gästen berichten könnte?.
So ein Georgien wäre ein Wunschtraum für mich und ich glaube, für viele Menschen in Georgien zu sprechen. Ob dieser Traum Wirklichkeit werden kann, steht momentan in den Sternen, aber wie die Georgier früher zu sagten pflegten: "Man sollte nicht eher sterben, bis man Paris gesehen hat." Das ist inzwischen kein Traum mehr und ich erlaube mir diese Formulierung zu ändern und sage: "Man sollte nicht eher sterben, bis man eine vereinigte, harmonische Bundesrepublik Georgien gesehen hat"!
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