Geschichte in Georgien: Neuzeit
Mittelalter in Georgien: Festung Ananuri - georgische Heerstraße, Geschichte, Mittelalter, Russland, Verkehrsverbindung, Kaukasus, Kriege, Verteidigung

Russland gewinnt Einfluss in Georgien

Die russische Zarin Katharina führte ab 1770 Krieg gegen die Türken im Kaukasus. Dabei nutzte sie Unterstützung aus Georgien, was die westlichen und östlichen Landesteile zur Zusammenarbeit brachte. Die Truppen des Generals Gottlob Heinrich von Tottleben besiegten zusammen mit den Streitkräften von Irakli und Salomon die türkische Streitmacht. Im Jahr 1772 konnte Irakli erneut erfolgreich gegen die türkische Armee vorgehen. Als 1774 der Friedensvertrag zwischen dem osmanischen Reich und Russland geschlossen wurde, fanden georgische Belange kaum Berücksichtigung. 

Salomon verlor 1782 sein Leben bei einer Niederlage gegen die Türken. Irakli suchte daraufhin Schutz bei Russland und schloss 1783 den Vertrag von Georgijewsk. Damit kamen Kartli und Kacheti unter den Machtbereich Russlands. Die Außenpolitik Ostgeorgiens wurde nun von Russland betrieben, man baute die georgische Heerstraße zu einer Verkehrsverbindung mit Russland aus. In Tbilissi wurden russische Truppen stationiert. 

Ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarn bedeutete dies jedoch vorerst nicht. Aga Mohammed Khan marschierte 1795 ins Land ein und verwüstete Tbilissi. Die georgischen Streitkräfte waren vom Einmarsch überrascht und wurden vernichtet. Russische Truppen vertrieben 1796 die Angreifer. 1800 versuchten die Perser erneut einen Einmarsch in Georgien, der jedoch von russischen Truppen abgewehrt wurde. 

Russland annektiert Georgien

Zwischen dem georgischen Königreich und dem russischen Zarenreich gab es Verhandlungen über die Eingliederung Georgiens in den russischen Staatsverband, bei der die georgischen Könige im Amt bleiben sollten. Zar Paul I. verfügte am 18. Januar 1801 per Dekret die Annexion Georgiens. 

Als Folge des Dekrets wurde der ostgeorgische Thronfolger David Batonischwili vier Monate später von der Macht entfernt und durch einen russischen General ersetzt. Der georgische Thronfolger wurde außer Landes gebracht. Der Adel in Georgien wurde im April 1802 mit Waffengewalt gezwungen, einen Eid auf die russische Kaiserkrone abzulegen. Zwischen 1802 und 1804 sowie im Jahr 1812 kam es in Kartli und Kacheti zu Aufständen gegen die Russen, die von diesen jedoch niedergeschlagen wurden. 

Im Westen Georgiens brauchten die Russen länger, um das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. 1810 besiegte Russland das georgische Königreich Imereti. Guria wurde 1828, Mingrelien 1857 geschluckt. Swanetien kam 1859 unter russische Herrschaft, Abchasien 1864. 

Die Russen brachten mit der politischen Kontrolle auch ihre Lebensweise nach Georgien. Zeitgleich öffnete sich Georgien aber auch nach Westeuropa. Tbilissi wird in dieser Zeit als eine Stadt mit blühender kultureller Szene beschrieben. Aus Russland emigrierte Aufständische fanden in Georgien Zuflucht. Tbilissi wurde zu einer modernen Stadt aufgebaut, es entstanden neue Verkehrsverbindungen. Deutsche Auswanderer siedelten sich in Erwartung der Rückkehr Jesu Christi in Georgien an. 1845 entstand das erste Theater, 1846 die erste öffentliche Bibliothek in Georgien. Die Leibeigenschaft in Georgien wurde 1866 abgeschafft. 

Georgisches Nationalbewusstsein wächst

Das Nationalbewusstsein der Georgier wuchs in dieser Zeit. 1832 gab es einen erfolglosen Versuch, die Dynastie der Bagratiden wieder an die Macht zu bringen. Die Schriftsteller Ilia Tschawtschawadse und Akaki Zeretili brachten frischen Wind in die georgische Literaturszene und förderten das Bewusstsein einer georgischen Identität. 

1905 gab es einen Aufstand der Bauern. Dieser hatte politische Reformen zur Folge, die die politischen Spannung für einige Zeit entschärften. Die menschewistische Sozialdemokratische Arbeiterpartei etablierte sich als neue politische Bewegung. Sie errang bei Wahlen zum russischen Parlament alle Sitze in Georgien. 

Mit dem Ende des Zarenreichs in Russland begann auch in Georgien eine kurze Zeit der Demokratie und der Eigenstaatlichkeit. 

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