Geschichte in Georgien: Neuzeit
Georgische Geschichte - Neuzeit in Georgien: Festung Narikala in Tbilissi, Hauptstadt Georgien, Einfälle Türken, Perser, Russland, Kriege, Eroberungen

Georgien zwischen Russland, Türkei und Persien

Machtspiele zwischen den Großmächten

In den folgenden Jahrzehnten erodierte die Macht des persischen Reiches und Russland wurde zur neuen regionalen Macht. Der russische Zar Peter I. führte 1722 einen Feldzug in den Nordkaukasus. Dies nährte bei Wachtang VI. die Hoffnung auf russische Unterstützung zur Befreiung Georgiens von der persischen Herrschaft. Georgische Streitkräfte griffen die Stadt Ganja an. Russland verweigerte allerdings eine Unterstützung. Die Persische Regierung schickte König Konstantin von Kacheti, dem es gelang, Wachtangs Armee zu schlagen und Tbilissi zu erobern. Wachtang revanchierte sich ein Jahr später und eroberte mit Hilfe einer türkischen Armee Tbilissi zurück. Er fiel jedoch ab 1725 bei den Osmanen in Ungnade und setzte sich nach Russland ab. 

Mit der schwindenden Macht des persischen Reiches begannen die Osmanen mit der Eroberung weiterer Teile Georgiens, um sie ins türkische Staatsgebiet einzugliedern. Die Menschen in Georgien wehrten sich dagegen, es gab zahlreiche Aufstände. Bei diesen wandten die Georgier eine Guerillataktik an, die den türkischen Verbänden empfindliche Verluste zufügte. 

Diese Kämpfe hatten zur Folge, dass das persische Reich eine neue Chance witterte. Nadir Schah führte einen erfolgreichen Feldzug gegen die Türken, brachte zuerst die östlichen Territorien unter seine Kontrolle und eroberte 1735 auch Landesteile im südlichen Georgien, dabei fiel auch Tbilissi in seine Hände. Dabei wurde Kartli weitgehend verwüstet, was sich noch heute darin zeigt, dass seit dieser Zeit bedeutende Bauten älteren Datums in der Weinbauprovinz in Georgien nicht mehr vorhanden sind. Für die Bevölkerung in Georgien brachte der persische Feldzug keinen Gewinn: Sie musste hohe Steuern zahlen, Nahrungsmittel bereitstellen und Soldaten liefern, die den persischen Machthaber auf einem Feldzug nach Indien begleiten mussten. 

Nadir wurde 1741 in Daghestan geschlagen und zog sich nach Derbend zurück. Für die Bevölkerung in Georgien brachte dies noch schlimmere Zeiten mit sich. Persische Truppen nahmen den Georgiern Nahrungsmittel weg, Tbilissi und andere Städte wurden von indischen und afghanischen Söldnern geplündert. Revolten wurden blutig niedergeschlagen. Dies hatte zur Folge, dass viele Georgier ihr Land verließen und im osmanischen Reich Zuflucht suchten, unter ihnen auch einige Fürsten. Teimuras II. führte mit persischer Unterstützung Krieg der Fürstentümer Kartli und Kacheti gegen die Osmanen. Er versuchte die Unabhängigkeit seines Landes zu erreichen und bereitete sich seinerseits auf einen persischen Einmarsch vor. Zu diesem kam es jedoch nicht, Nadir wurde 1747 ermordet und das persische Reich hatte mit inneren Streitigkeiten zu tun. 

Der georgische König Irakli II. übernahm ab 1747 zusammen mit seinem Vater Teimuras die Macht in Kartli und Kacheti. Sie konnten ihren Machtbereich durch erfolgreiche Feldzüge in Richtung Südosten und bis nach Abchasien ausdehnen. Weite Landesteile in Georgien blieben jedoch außerhalb des Machtbereichs des georgischen Königs. Zudem gab es Überfälle von Kurden und armenischen Verbänden, die noch zum persischen Reich gehörten. Westgeorgien blieb unter Kontrolle des osmanischen Reiches. 

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