Flora und Fauna in Georgien
Nordmanntanne: deutscher Weihnachtsbaum aus Georgien, Produzenten aus Dänemark, Samen georgisches Saatgut, schlechte Arbeitsbedingungen, Bäume bei Borjomi

Die Nordmanntanne

Weihnachtsbäume aus Georgien

Viele Menschen in Deutschland haben zu Weihnachten ein Stück Georgien in ihrer Wohnung: den Weihnachtsbaum. Oft handelt es sich dabei um eine Nordmanntanne, deren Samen aus Georgien stammen. Heute ist die Nordmanntanne der meist genutzte Weihnachtsbaum in Deutschland. 

Ausgewachsene Exemplare der Nordmanntanne können ein Alter von bis zu 500 Jahren erreichen. Dabei können sie bis zu 60 Metern hoch werden. Ungefähr die obere Hälfte des Baumes hat Äste, bei freistehenden Bäumen reichen die Äste bis auf den Boden herunter. Die Nordmanntanne wird gerne gemischt mit anderen Nadelbäumen gepflanzt, weil sie tief wurzelt und dabei resistenter gegen Sturmschäden ist. Die Tanne wächst in Höhen ab 900 m bis zu 2.100 Metern. Ihr Verbreitungsgebiet in Georgien weist eine Fläche von rund 13.200 Hektar auf. 

Namensgeber der Nordmanntanne

Der Name der Nordmanntanne geht auf den finnischen Biologen Alexander von Nordmann zurück. Er hatte die Tanne 1838 bei einer Reise in der Nähe von Borjomi entdeckt.

Nordmanntanne: deutscher Weihnachtsbaum aus Georgien, Produzenten aus Dänemark, Samen georgisches Saatgut, schlechte Arbeitsbedingungen, Bäume bei Borjomi

Saatgut aus Georgien

Die Bäume, die man in Deutschland als Weihnachtsbaum kaufen kann, stammen nicht aus Georgien. Größter Produzent für Nordmanntannen ist Dänemark, wo rund 100 Millionen Bäume angepflanzt werden. Rund 5 Millionen davon werden jedes Jahr geerntet. 

Das Saatgut kommt aus Georgien. Die Samen wachsen im September und Oktober eines Jahres in den oberen Ästen der Bäume, oft in Höhen von 50 Metern. Das Mindestalter für Bäume, die zur Samenernte dienen sollen, liegt bei 30 Jahren. Die Ernte in Georgien wird oft unter schlechten Arbeitsbedingungen eingebracht. Mehrere Firmen aus Dänemark haben Lizenzen für den Abbau der Samen erhalten. Sie schicken Arbeiter zur Samenernte in den Wald, die oftmals ohne Sicherung in die Astkronen klettern. Die Bezahlung ist gering, da es auf dem Land aber wenig Arbeit gibt, sind viele Einwohner auf diese Arbeit angewiesen. 

Als Problem stellt sich zudem in den letzten Jahren heraus, dass viele Bäume abgeerntet wurden. Auch der fortschreitende Einschlag von Bäumen im Wald sorgt dafür, dass frisches Saatgut schwerer zu finden ist. Mittlerweile hat man die ersten Bäume für Saatgut in der Eifel angepflanzt.

Gerechte Bäume

Um die Arbeitsbedingung für die Samenpflücker in Georgien zu verbessern, hat sich die Organisation Fair Trees gegründet. Dort haben sich mehrere Unternehmen aus Dänemark zusammenschlossen, die ihre Arbeiter nicht nur besser bezahlen, sondern diesen auch eine Sicherung beim Klettern in den Bäumen geben und sich für Projekte in den Gemeinden in Georgien engagieren.

Weitere Informationen

  • Webseite von Fair Trees
  • Reportage aus der "Zeit" über zwei deutsche Unternehmer in Georgien
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