Georgischer Wein

Verarbeitung des Weins

Kwewri in die Erde eingelassen
Kwewrebi in die Erde eingelassen

Die Verarbeitung des Weines geschieht in den kleineren Betrieben nach althergebrachten Traditionen. Die Weintrauben kommen nach dem Pflücken in einem Bottich, Marani genannt. Sein Abflussloch ist mit einem Pfropfen verschlossen, ein oder mehrere Helfer steigen in den Bottich und stampfen die Trauben mit ihren Füßen. Wenn die Trauben ausgepresst sind, wird der Saft, Matschari genannt, einige Tage stehen gelassen. Wenn der Gärungsprozess einsetzt, wird der Saft in gläserne oder porzellane Gefäße gefüllt, bis die Gärung abgeschlossen ist. 

Als junger Wein verbringt man ihn nun in Kwewri. Diese Tongefäße sind in die Erde eingelassen und haben ein Fassungsvermögen von 10 bis zu mehreren Hundert Litern. Nur der Hals des Kwewri ragt aus dem Boden. Sie werden mit einem Stein versiegelt, der mit Ton und Holzasche abgedichtet ist, damit kein Schimmelpilz eindringt. In diesen irdenen Gefäßen bleibt der Wein, bis er ausgereift ist.

Eine weitere Tradition richtet sich nach dem Lebenszyklus: Wenn ein Junge geboren wird, füllt man einen Kwewri mit jungem Wein. Jahre später, wenn der herangewachsene Mann eine Frau gefunden hat und heiratet, kredenzt man den Wein zu seiner Hochzeit. 

Generell sollte man beim georgischen Wein zwischen dem traditionellen und dem für den westlichen Markt produzierten Wein unterscheiden. Der traditionelle georgische Wein, im Kwewri gereift, hat oft ein fruchtiges Aroma. Auch die gleiche Rebsorte auf zwei nebeneinander liegenden Feldern kann dazu führen, dass die daraus gekelterten Weine unterschiedlich schmecken. Dieser Wein wird oft in der eigenen Familie produziert und getrunken. Oft hat dieser Wein ein anderes Aroma, als man dies von südeuropäischen Weinen gewohnt ist. Er ist trocken und manchmal etwas säuerlich. Dieser Wein wird auf dem Markt oft in großen Gefäßen verkauft. Wenn man in Georgien ist, sollte man diesen Wein aus eigener Herstellung unbedingt probieren. 

In Kacheti gibt es in vielen Keltereien die Möglichkeit, eine Führung mitzumachen und Wein zu verkosten. Wer sich über die Herstellung des Weins informieren will, kann dies auch im ethnographischen Museum in Tbilisi tun. Dort sind Geräte zur Kelterei und zum Reifen des Weines ausgestellt.

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