Film und Theater in Georgien

Georgischer Film

Der erste georgische Film wurde 1912 gedreht. Es war ein Dokumentarfilm über eine Reise des Dichters Akaki Zereteli durch die westgeorgischen Provinzen Ratscha und Letschchumi. In den 30er Jahren war Nikolos Schengelaia der bekannteste Filmregisseur. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Nato Watschnadse. Beide erlangten eine außerordentliche Popularität.

Nach dem Krieg gelang es georgischen Regisseuren immer wieder, internationalen Ruhm zu erreichen und Preise zu gewinnen. Als erster gewann 1956 "Magdanas Esel" eine goldene Palme in Cannes. Dies war der erste Film des damals noch jungen Regisseurs Tengis Abuladse. In den folgenden Jahren erlangte er mit den Filmen "Baum der Wünsche" und "Die Reue" internationale Reputation. "Die Reue" ist ein surrealistischer Alptraum über Tyrannei und Angst, über Macht und Machtlosigkeit. Damit gewann Abuladse 1987 den Spezialpreis der Juri von Cannes.

Auch Otar Iosseliani ist ein weit über die Grenzen Georgiens bekannter Regisseur. Seit den 70er Jahren lebt er in Frankreich, was entsprechende Einflüsse auf sein filmisches Schaffen zeitigt. Als sein letztes Werk brachte er "Briganten" heraus. Dieser Film wurde 1997 in Venedig mit einem Grand Prix geehrt. Thema des Episodenfilms ist der Kreislauf der Gewalt in Georgien. In Parabeln und Metaphern spannt Iosseliani den Bogen von der stalinistischen Diktatur bis zum Bürgerkrieg zu Beginn der 90er Jahre. Seinen besonderen Reiz erhält der Film durch die Tatsache, daß in den wechselnden Epochen stets die gleichen Schauspieler zu sehen sind.

Einige georgische Filme sind auch im deutschen Fernsehen gezeigt worden. Zu ihnen zählt "Elsa" mit Hannelore Elsner in der weiblichen Hauptrolle, eine Liebesgeschichte zwischen einer deutschen Fotografin und einem georgischen Regisseur (Giorgi Charabadse), die zwischen Saarbrücken und Tiflis spielt. Die Geschichte endet mit seinem Tod in den Unruhen am Ende der Sowjetära 1989.

Ein weiterer bedeutendes Film ist "1001 Rezepte eines verliebten Kochs" der Regisseurin Nana Dshordshadse. Der Film spielt zu Beginn der 20 Jahre mit dem Beginn der Herrschaft der Sowjetunion und dem Einzug der Roten Armee. Die Hauptrolle übernahm Pierre Richard, diesmal nicht als Komiker. Der Film erhielt ebenfalls 1997 den Preis der Filmkritiker in Karlovy Vary.

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