Musik und Tanz in Georgien

Georgischer Tanz

Die Schönheit und Ausdruckskraft des georgischen Tanzes hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der Spiegelung vieler unterschiedlicher Aspekte des Georgischen Lebens. Sie erlauben eine Reflexion über Rituale, die tägliche Arbeit, Spiele und darstellende Tänze.

Die Einführung des Christentums im 4. Jh. und das gleichzeitige Überleben heidnischer Traditionen in abgelegenen Gebirgsregionen haben den georgischen Tanz beeinflußt. Es gibt eine formale Trennung in Solo-, Paar- und Gruppentänze. Jeder Tänzer hat sich in einen gemeinsamen Plan und den tänzerischen Ausdruck einzufügen. Gleichzeitig verlieren die Darsteller dabei jedoch nicht ihre Individualität. Denn viele Tänze verlangen den Wettbewerb zwischen den Partnern, verlangen das Messen der Kräfte ihrer Stärke, Beweglichkeit und Sprungkraft.

Auch die Rolle der Tänzerinnen ist von Bedeutung. Frauen versuchen im Spiel nie offen die Aufmerksamkeit des Partners auf sich zu ziehen - als ob sie nicht die Absicht hätten, von ihm wahrgenommen zu werden. Ihre Kunst ist eine Mischung aus Selbstbewußtsein, des Wissens um ihre Schönheit und ihre unwiderstehliche Anziehungskraft sowie am Ende das Verstehen seiner Eroberung. In den vergangenen 20, 30 Jahren hat sich in den Volkstänzen eine Entwicklung vollzogen, was die Muster der Frauentänze anbetrifft. Sie sind lebensnäher geworden, energischer, ohne jedoch die Wurzeln der Traditionen zu verlassen. Auch die Tänzer können auf lange eingeführte Traditionen zurückgreifen. Auch sie tanzen, wie überall in der Welt, auf der Spitze. Man unterscheidet im männlichen Spitzentanz 10 verschiedene Bewegungen. Die wichtigsten sind das Stehen, die Drehung und der ein- oder zweibeinige Sprung auf der Spitze, mit gespreizten und gekreuzten Beinen.
Im Tanz der Frauen ist dagegen, im Unterschied zum klassischen Ballett, der Spitzentanz unbekannt. Tänzerinnen bewegen sich mit kleinen leichten Schritten. Ihre langen Gewänder verbergen die einzelnen Schritte, so daß eine gleichmäßige, fließende Bewegung entsteht. Wichtige Elemente sind Drehungen. Es gibt immense Unterschiede zwischen langsamen Drehungen und dem wilden Wirbel einer ungestümen Wendung im männlichen Tanz. Männern und Frauen gemeinsam ist, daß der Rücken stets unbeweglich bleibt, während Arme und Beine in Bewegung sind.

Wie langsam oder heftig auch immer. Je schneller die Füße der Männer fliegen, um so fester bleibt der Körper auf der Stelle. Die Arme der Tänzer bewegen sich wesentlich anders als die der Frauen. In den Tänzen aus Kartuli stellen die weiten und ausgreifenden Bewegungen der Männer den Stolz und die Majestät des über allem kreisenden Adlers dar, den machtvollen Schlag der Flügel des Falken.

In vielen Tänzen geben die Arme den Rhythmus des Tanzes an, im Zusammenspiel mit den Mustern des Tanzes. In Abhängigkeit von Charakter und Inhalt des Tanzes mag die Bewegung der Arme mal abrupt und mal fließend sein, aber immer klar gezeichnet und voller Ausdruckskraft. Die Bewegung der Arme der Frauen ist gekennzeichnet von runden Bewegungen der Hände. Arme und Finger haben eine starke Ausdruckskraft und Grazie, zeigen Stärke und zahlreiche Emotionen. Die Musik des georgischen Tanzes wird auf klassischen Instrumenten der Volksmusik gespielt. Dabei sind die Muster der Melodien recht einfach gestrickt. Der chorale Gesang beweist jedoch einen hohen Entwicklungsstand in Struktur und Harmonie.

Das Georgische choreographische Tanzensemble wurde direkt nach dem II. Weltkrieg von Iliko Suchischwili und Nino Ramischwili. gegründet. Suchischwili war ein talentierter Ballettmeister und lebte von 1907 bis 1985. Er lernte an der Oper in Tbilissi und am Tanztheater. Er war ein sehr kreativer Mensch, sein größter Wunsch, den er sich erfüllte, war die Gründung des georgischen staatlichen Tanzensembles. Nino Ramischwili wurde 1910 geboren. Sie absolvierte ihre klassische Tanzausbildung ebenso wie Suchischwili an der Oper und am Tanztheater in Tbilissi. Später wurde sie Chefchoreographin des Nationalballett. Ihnen vor allem ist es zu verdanken, daß sich der georgische Tanz weiterentwickelt hat und in aller Welt bekannt wurde. Ramischwili und Suchischwili wurden auf der Bühne ebenso wie im wahren Leben einer unzertrennliches Paar. Sie setzten ihren Traum in die Wirklichkeit um. Ihr Zusammenleben war von Kreativität geprägt, die in der Gründung des Ensembles kulminierte. Generation von Tänzern haben ihr Erbe aufgegriffen und weitergeführt. Das georgische Tanzensemble hat mehr als 200 Tourneen absolviert. In mehr als 1700 Städten in 87 Staaten gab man Gastspiele vor insgesamt mehr als 50 Millionen Zuschauern.

Nino Ramischwili hat bis ins hohe Alter dem Tanz ihr Leben gewidmet. Sie verstarb am 3. September 2000.

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