Reisebericht Georgien 2002
Mit dem Blaubär nach TiflisMit dem Blaubär nach Tiflis

Beim Blick nach draußen auf die Boeing 737, die da unten am Terminal des Frankfurter Flughafens auf unseren Einstieg wartet, beschleichen mich erste Zweifel. Was haben diese geflickten Stellen an oberen Rande des Cockpits zu bedeuten?

Zum Reisebericht...

Persati - Lichter in der Dunkelheit

Persati
Dorf im Bezirk Bagdati, gelegen am linken Ufer der Chanis Zkali. 260 m ü. NN. 4 km entfernt von Bagdati. 2 Betriebe zur Weinproduktion.

Knapp eine Woche in Tiflis liegt hinter uns, als wir zur Tour ins Wochenende aufbrechen. Das Wetter ist bedeckt, als wir gegen Abend auf der S-1 aus Tiflis hinausfahren, durch Chaschuri und vorbei an Gori, immer Richtung Westen. In Chaschuri fahren bei wir bei Verwandten vorbei. Der Strom ist gerade ausgefallen, der Plattenbau sieht wie viele in dieser Stadt verfallen aus. Es wundert mich immer wieder, daß Häuser, die 10 oder mehr Jahre jünger sind als unser Sozialbau in Köln, erheblich mitleidenswerter aussehen. Vielleicht auch nicht gerade ein Ruhmeszeichen sowjetischen Bauhandwerks. Schließlich habe ich vor knapp 10 Jahren in Halle an der Saale bereits gesehen, wie man Plattenbauten fast ohne den Einsatz von Zement hochziehen kann.

Auf der Straße bei Kutaissi
Auf der Straße bei Kutaissi

Aber wieder zurück in den Kaukasus. Die Straße trägt uns nach Westen. Der Rikoti-Tunnel ist leider gesperrt, so daß wir den Weg über den Paß antreten. Die nächsten Kilometer haben wir bei untergehender Sonne ein lustiges Kurbeln in 2. und 3. Gang unseres Sierra, der mich bis Februar durch Deutschland getragen hatte und nun georgische Straßen unter seine Reifen nehmen darf. Den Job des Fahrers habe ich allerdings abgegeben. Bei entgegenkommenden Bussen wird es in den Kehren schon manchmal eng. Am Ende des Passes setzt sich ein Polizeiwagen vor uns, und auch Georgier fahren streng nach Vorschrift und halten das Tempolimit ein, wenn sie einen Wagen mit Blaulichtaufsatz vor sich sehen. Am Gebirge stauen sich von Westen her die Wolken des Tiefdruckgebietes, die über uns hinweg ziehen. Es regnet teilweise heftig, was die Fahrt durch die Dunkelheit nicht angenehmer macht.

Hauptstraße in Persati
Hauptstraße in Persati

Nachtfahrten sollte man als Tourist wie in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks meiden. Nicht wegen der Gefahr, überfallen zu werden. Das kann man auch in Köln-Vingst erleben. Auch Hauptstraßen haben oft keine Straßenmarkierungen, nur selten stehen am Straßenrand Begrenzungspfähle mit Katzenaugen. Oft kann man trotz Fernlicht den Straßenverlauf nur grob erahnen. Gute Straßenabschnitte weisen dann oft so überraschend Schlaglöcher auf, daß man um die Stoßdämpfer fürchten muß. An diesem Abend zähle ich zwei Opel mit abgebrochenem Vorderrad und Dutzende von Fahrzeugen, die liegengeblieben sind. Auf der Hinfahrt sehen wir zudem einen Lkw, der frontal mit einem anderen Sierra kollidiert war. Manche Überholmanöver schlagen fehl. Auch auf offener Strecke kann man nicht immer mit ausreichend beleuchteten Fahrzeugen rechnen. Auf der Rückfahrt zeigt uns eine Vollbremsung des vor uns fahrenden Wagens, daß vor diesem ein LKW-Anhänger ohne Licht fährt. Auch Rückstrahler fehlen. Manch kleines Licht, das einem auf der Landstraße entgegenkommt, erweist sich als ausgewachsener Reisebus. In geschlossenen Ortschaften muß man damit rechnen, daß andere Fahrer Strom sparen wollen und das Licht nicht einschalten.

Saziwi von Geflügel aus Bodenhaltung
Saziwi von Geflügel aus Bodenhaltung

Soviel zu den Gründen, warum es gesünder ist, bei Tage zu fahren. Vor Kutaissi biegen wir nach Persati ab. Die Strecke ist teilweise gut asphaltiert; als wir die Hauptstrecke verlassen, wird es jedoch arg holprig. Schließlich erreichen wir das Bauernhaus unserer Verwandten. Um Mitternacht ist die georgische Tafel gerichtet. An diesem Tag mußte ein junges Ferkel sein Leben aushauchen, wir werden es an diesem Wochenende von hinten nach vorne verspeisen. Nach der leicht stressigen Fahrt tut der Wein gut, und es ist immer wieder erstaunlich, welch unterschiedliches Aroma die verschiedenen Regionen Georgiens in ihren Weinen widerspiegeln. Daß mein westeuropäischer Magen allerdings in den kommenden Tagen ganz andere Erfahrungen machen wird, wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Weiter: Wani - 2.500 Jahre vor der EU

Persati

Aktuelles
Visafreiheit für Georgien

Visafreiheit für Georgien

Ende Januar 2017 hat das EU-Parlament dem Wegfall des Visa-Zwangs für georgische Staatsbürger zugestimmt.

Lesen Sie mehr dazu

News

Saziwi erweitert Bildergalerie georgisches Essen

Weiterlesen...

Eine neue Bildergalerie zeigt das Dshwari-Kloster

Weiterlesen...

Wir haben das Kapitel Weinbau überarbeitet. Eingeflossen sind nun u. a. Zertifizierungen für georgischen Wein.

Weiterlesen...
Mehr Neues...
Wetter in Georgien
Nachrichten