Reisebericht Georgien 2002
Mit dem Blaubär nach TiflisMit dem Blaubär nach Tiflis

Beim Blick nach draußen auf die Boeing 737, die da unten am Terminal des Frankfurter Flughafens auf unseren Einstieg wartet, beschleichen mich erste Zweifel. Was haben diese geflickten Stellen an oberen Rande des Cockpits zu bedeuten?

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Uplisziche: Zuschlag, bitte

Höhle in Uplisziche
Höhle in Uplisziche

Wer die Reiseberichte der letzten Tage verfolgt hat, wird feststellen, daß wir nicht nur Positives aus Georgien berichten. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, auch auf manche Schattenseite hinzuweisen. Zu diesen zählt leider auch in vielen Ländern, nicht nur der GUS, daß man als Tourist oft höhere Preise zahlt als Normalbürger. Dies passiert auch an der niederländischen Nordseeküste. Wir haben es in der Felsenstadt Uplisziche bei Gori erlebt. Doch dazu später.

Höhlen in Uplisziche
Höhlen in Uplisziche

Der Samstag vor der Kommunalwahl ist angebrochen, die Sonne scheint vom Himmel, Micheil Saakaschwili blickt uns von den Wahlplakaten tausendfach an. Einmal mehr verlassen wir Tiflis auf der S-1 Richtung Norden. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir Gori, Geburtsstadt von Josef Dshuraschwili, vielen besser bekannt als Stalin. In dieser Stadt hat man das selten gewordene Vergnügen, auf der Stalinallee fahren zu können. Diese Hauptstraße ist nicht wie so viele andere in der früheren sozialistischen Welt umbenannt worden. Auch haben einige Verehrer Stalins dessen Statue nach 40 Jahren im Lager wieder aufgestellt. In Gori gibt es auch das Stalinmuseum, das sich recht unkritisch mit seinem Leben und politischen Wirken auseinandersetzt. Von Deportationen, Schauprozessen und Straflagern ist kaum die Rede, obwohl dies nach Aussage einer guten Bekannten von uns nicht mehr komplett ignoriert wird. Wer noch ein Bild von Erich Honecker im Wohnzimmer hängen hat, wird sich hier wohl fühlen. Und ich grübele auf der Weiterfahrt darüber nach, wie es wäre, wenn der Kölner Rathenauplatz immer noch Adolf-Hitler-Platz hieße, wie es bis 1945 der Fall war.

Blick ins Tal hinunter
Blick ins Tal hinunter

Wir fragen uns in der Stadt nach Uplisziche durch, verlassen Gori, queren auf einer Brücke den Fluß und erreichen einen größeren Parkplatz. Hier dürfen wir Eintritt zahlen. Und da ich kein Georgier bin, darf ich statt 60 Tetri glatte 6 Lari latzen, also das 10-fache des normalen Eintrittspreises. Natürlich gibt es dafür keine Gegenleistung, man hat allerdings das Gefühl, ordentlich gemolken zu werden. In den kommenden 10 Minuten sehen wir sämtliche Höhlen, die Uplisziche zu bieten hat, ein Kinobesuch wäre billiger gewesen. Die Felsenstadt Wardsia ist erheblich größer. Allerdings sagte man uns, daß die Preisgestaltung dort ähnlich sei. Vielleicht sollte man diesen Besuch auslassen.

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Uplisziche

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