Reisebericht Georgien 2013
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Nach einer Pause von 4 Jahren bin ich wieder in Georgien. Der Flug führte uns mit einer georgischen Fluglinie direkt von Düsseldorf nach Tbilisi.

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Borjomi: hier zeigt sich Politik

Fotograph am Eingang
Fotograph am Eingang

Die Kurstadt in Georgien mit dem berühmten Wasser war schon mehrfach Ziel meiner Reisen. In den 12 Jahren seit meinem ersten Besuch hier haben sich mehrere Veränderungen in der Geschichte Georgiens manifestiert.

2001 zeigte sich hier an mehreren Stellen der Verfall. Der Glaspavillon über der Quelle im Park war verfallen. Die Wege sind löchrig, die Gebäude in einem miesen Zustand. Im Jahr 2009 sah vieles dann renoviert aus. Ein Baum am Eingang war eingeschnürt mit Leuchtband, die Blumen frisch gepflegt. Der Pavillon sah frisch aufbereitet aus, der Weg dorthin mit einer neuen Pergola geschützt. Dass die Ständer dieser Bauwerke in den Boden gepfuscht waren, sah man erst wenn man den Blick zu Boden richtete. Am Eingang dann der Grund für das update: Die Präsidenten Georgiens und der Ukraine, Saakaschwili und Juschtschenko, waren beide hier und haben PR für sich gemacht. Ein Stein am Eingang dokumentierte den PR-Termin. Der Fotograph steht immer noch dort.

Betrieb an der Quelle
Betrieb an der Quelle

Im Jahr 2013 präsentiert sich der Kurpark in Borjomi nun als Eventort für die gesamte Familie. Hinter dem Eingang reihen sich mehrere Verkaufsstände und Fahrgeschäfte auf. Wer mit dem Gewehr üben will, kann dies an der Schießbude tun. Kühles Wasser gibt es an vielen Ständen. Kinder können springen, Hausmänner können sich Küchenwerkzeug aus Holz besorgen.

Ein Stück weiter hinten im Park ist ein großer Spielplatz für Kinder mehrerer Altersstufen entstanden. Auf einer Burg können die Kleinen spielen. Die größeren können in den Autoscooter gehen.

Wildwasser
Wildwasser

Die Preise für die Fahrgeschäfte allerdings gleichen etwa dem deutschen Niveau einer Kirmes. Wenn man die niedrigen Löhne in Georgien berücksichtigt, ist dies für Familien mit mehreren Kindern ein ziemlich teures Vergnügen.

Ich bin zum Mtkwari herunter gegangen, der hier den Charakter eines gezähmten Bergbachs hat. Ein wundervolles Motiv für Bilder, das einem schon kühl werden lässt, wenn die Sonne herunter brennt. Wer sich dann innerlich abkühlen will, dem gibt ein kleines Café im Park die Möglichkeit dazu.

Wir haben einen Taxifahrer engagiert, der uns für wenige Lari eine Rundfahrt durch die Stadt und das Umland gegeben hat. Dabei sind wir auch zu dem oberen Freizeitpark hingefahren. Dieser ist vom Kurpark durch eine Seilbahn erreichbar, über einige Umwege hinten herum aber auch mit dem Auto. Hier ist u. a. ein Riesenrad nutzbar.

Blick von der Bergstation
Blick von der Bergstation

Der Taxifahrer ist offenbar kein Freund von Saakaschwili, der ein Jahr zuvor zumindest einen Teil seiner Macht gegen den Georgischen Traum verloren hat. Hier in Borjomi zeigt sich der Übergang der Macht sehr gut! Der Fahrer erzählt uns, dass Saakaschwili mit zwei „Geschäftsfrauen“ nachts auf diesem Riesenrad gefahren sei. Nun ja, zwei sehr junge „Geschäftsfrauen“... Unten im Tal ließ sich der Präsident dann auf dem anderen Ufer den Flusses eine riesige Villa hinprotzen. Nun, da er nicht mehr die totale Macht hat, ist ihm dieser Komplex weggenommen worden und wird für die Öffentlichkeit umgebaut.

Es ist also nicht nur die wirtschaftliche Geschichte, die sich in Borjomi zeigt. Es ist auch die Politik, die sich in diesem Ort manifestiert.

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