Reisebericht Georgien 2015
Georgische Heerstraße bis StepanzmindaGeorgische Heerstraße bis Stepanzminda

An unserem zweiten Tag in Georgien begannen wir damit, der Hitze von knapp 40 Grad Celsius in Tbilisi zu entfliehen. Wir entschieden uns für eine Reise die georgische Heerstraße entlang bis nach Stepanzminda.

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Die Katschu-Festung

Katschu-Festung - Georgische Heerstraße Straße nach Schatili - Kaukasus, Georgien, Hochgebirge, Wehrdorf, Wehrtürme, Geschichte, Lost Places, Verkehr, Bärenkreuzpass

Oberhalb des Flusses liegt die Ruine der Katschu-Festung. Diese erreicht man am besten, wenn man den Fluss in Schatili überquert und dann rund einen halben Kilometer flussaufwärts läuft. Über mehrere Trampelpfade kommt man dann den Berg hoch bis zum Sattel und ebenerdig zur Ruine.

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Festung Katschu

Unser Gastgeber meinte dazu, die genaue Bauzeit der Festung sei nicht mehr feststellbar. Er erzählte dazu die Geschichte, dass die Festung früher belagert wurde. Den Angreifern sei es gelungen, die Wasserversorgung der Festung abzuschneiden. Doch anstatt aufzugeben, hätten die Verteidiger dann mit Hilfe von Wolle Wasser aus einem natürlichen Rinnsal im Fels aufgesogen und sich dadurch weiter mit Trinkwasser versorgt. Die Angreifer hätten dann unverrichteter Dinge aufgegeben.

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Blick auf Schatili

Die Festung ist offenbar auf einem natürlichen Fels errichtet. Wie vergleichbare Bauten in Westeuropa haben die Baumeister eine Stelle ausgewählt, die von der Natur prädestiniert wurde. Der Fluss fließt in einer Schleife um den Berg herum, der Fels fällt zu drei Seiten steil nach unten ab. Der Bergsporn ist nur über einen schmalen Sattel zugänglich. Für Angreifer also eine ganz schlechte Stelle! Hinzu kommt, dass man eine Übersicht über weite Teile des Tales genießt.

Kein Eingang von der Seite der Bergsattels aus
Kein einfacher Eingang

Die Geschichte des Baues selbst kennt nach Angaben des hier seit Jahrzehnten wohnenden Gastgebers niemand mehr. Meine persönliche Vermutung ist, dass der Bau mit Materialien vor Ort durchgeführt wurde. Der Bau sitzt auf einem natürlichen Fels. Spuren von Bearbeitung des Fels davor deuten darauf hin, dass die Steine für den Bau direkt hier aus dem Fels geschlagen worden sind.

Die Festung selber hat zum Sattel hin keinen Eingang, dafür ein kleines Fenster in der Mauer, durch das wahrscheinlich geschossen werden konnte. Ähnliche Vorrichtungen finden sich auch in den Wehrtürmen weiter unten im Dorf. Das Mauerwerk ist noch bis in Höhe des 1. Stocks (deutsche Zählung) erhalten. Meine Vermutung ist, dass der Einstieg über eine Leiter erfolgte, die im Falle einer Belagerung eingezogen wurde.

Heute ist die Katschu-Festung eines Ruine. Sie ist nach georgischen Quellen älter als Schatili selber. Mit dem Bau der Wehrtürme sei die Notwendigkeit der Festung weggefallen, so dass diese nicht mehr instand gehalten wurde.

Das Leben in Schatili

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Das Hotel in Schatili

Wie ich in aktuellen Statistiken gelesen habe, wohnen derzeit nur noch 2 Familien ganzjährig in Schatili. Weitere 15 Familien sollen sich den Sommer über im Dorf aufhalten. Einfach ist das Leben im Winter nicht: Mehr als ein halbes Jahr ist das Dorf dann von der Außenwelt abgeschnitten. Das Dorf liegt zudem in einem Talkessel und bekommt nur drei Monate im Jahr direktes Sonnenlicht. Die Marschrutka kommt zweimal die Woche und fährt am Tag danach zurück. Der Fahrer bringt Dinge aus Tbilissi mit, die die Menschen hier benötigen. Dies führt dazu, dass viele Menschen auf Selbstversorgung angewiesen sind.

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Cottage

Unser Gastgeber hat sein Hotel selbst aufgebaut. Das Cottage, in dem wir zwei Nächte verbracht haben, ist in der Art eines Blockhauses aus Holz errichtet. Am Eingang zum Grundstück ist die Küche. Kartoffeln und Gemüse kommen aus eigenem Anbau. Hier gibt es drei Mahlzeiten am Tag, wahlweise kann man auch in einem überdachten Platz für ein Picknick essen und feiern. Unser Fahrer kennt das Ehepaar aus seiner früheren Tätigkeit her, wir können das Hotel nur wärmstens weiterempfehlen!

Schatili

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