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Die Akademie von Gelati

Dawit der Erbauer ließ als Zentrum des geistigen Lebens die Akademie von Gelati errichten, bei deren Bau er selbst Hand anlegte. Den Grundstein für diese Akademie legte Dawit im Jahre 1106, als er sich gegen seine wichtigsten inneren und äußeren Feinde durchgesetzt hatte. Sein Traum war ein starkes, geeintes Georgien. Die Akademie von Gelati, wie auch die von Ikalto im Osten des Landes, sollte die kulturelle Einheit Georgiens, die Wissenschaften und Künste fördern.

In diesem Sinne lud Dawit namhafte Gelehrte nach Gelati, unter anderem Johannes Petrizi als ihren ersten Leiter, und Arsen Ikaltoeli. Den Unterricht in Gelati organisierten sie nach dem Vorbild der Akademie von Konstantinopel – Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik sowie Grammatik, Rhetorik und Dialektik.

Baulich besteht die Akademie von Gelati aus drei Kirchen, dem Glockenturm und dem eigentlichen Gebäude der Akademie. Als wichtigste Kirche gilt die der Gottesmutter geweihte. Die Freskenmalerei hält sich an die georgische Tradition: in der Kuppel Christus der Weltenherrscher, in den oberen Zonen an den Wänden und Gewölben Ereignisse aus dem Leben Christi, das Marienleben und die Heiligen.

König Dawits letzter Wille war es, hier begraben zu werden: im Durchgang des Südtores, das seinerzeit der Haupteingang war. Auch im Tode wollte der große König seinen Landeskindern Demut beweisen und legte sich ihnen zu Füßen, denn wer das Gelände der Akademie betrat, mußte über das Grab des Königs schreiten.

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