Städte und Regionen in Georgien

Tbilissi - Mtazminda und Pantheon

Von dem 727 m hohen Mtazminda bietet sich ein ausgezeichneter Blick über die Stadt. Er ist ein guter Ausgangspunkt für eine erste Orientierung. Historischen Quellen zufolge soll sich David, einer der 13 "syrischen Väter", die zu Beginn des 6. Jh. in Georgien missionierten, auf dem Berg niedergelassen haben, weshalb die Georgier ihn auch als Mamadawiti bezeichnen. Zum Mtazminda wurde der Berg erst im 10. Jahrhundert.

Als einziges Gebäude hat die Dawits-Kapelle auf dem Mtazminda alle Zerstörungen in der Geschichte Tbilissis überstanden. Sie liegt an einem sehr steilen Hang, der einst von dichtem Wald und Gesträuch bewachsen war. Auf diesen Berg flüchteten die Einwohner, wenn die Stadt von den fremden Eroberern heimgesucht wurde.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier die Drahtseilbahn gebaut, die eine Länge von 503 Meter überspannt. 1958 wurde zwischen dem Rustaweli-Platz und dem Mtazminda eine Schwebeseilbahn gebaut. Im selben Jahr wurde ein Restaurant fertiggestellt, das mit seiner säulenverzierten Terasse zu einem der Wahrzeichen der Stadt wurde. Den Berg krönt der 274 Meter hohe Fernsehturm, der heute ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt darstellt.

Auf halber Höhe des Mtazminda öffnet sich die Pforte zum Pantheon der georgischen Dichter und Denker.1915 wurde hier der bedeutende georgische Dichter Akaki Zereteli beigesetzt. Sein Begräbnis wurde Anlaß zur Tradition, daß berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte im Pantheon auf dem Berg Mtazminda finden. Auf dem Friedhof ruhen auch die Dichter Ilia Tschawtschawadse, die befreundeten Führer der nationalen Befreiungsbewegung des georgischen Volkes, die das politische Programm der "Tergdaleuli" aus der Taufe hoben.

Diesen Friedhof besang Galaktion Tabidse in seinem Gedicht "Der Mond von Mtazminda", nun ist er auch seine letzte Ruhestätte geworden. Ein schlichter Stein kündet von dem genialen Epiker, der unter dem Pseudonym Washa-Pschawela berühmt wurde. Weitere berühmte Persönlichkeiten, die ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, sind unter anderem der Dichter Nikolos Barataschwili, der Maler Lado Gudiaschwili, der Führer der Bewegung für die Unabhängigkeit Merab Kostawa, der Schauspieler Sergo Sakariadse, den die Rolle des Soldaten zur Legende machte. Mit Liebe und frischen Blumen pflegen die Georgier die Gräber ihrer grossen Toten.

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Am 28. März 2017 ist die vom Ministerrat der EU zu Beginn des Monats verabschiedete Visafreiheit für georgische Staatsbürger in Kraft getreten. Damit können Reisende aus Georgien nun für einen Zeitraum von 90 Tagen in die EU einreisen, ohne ein Visum beantragen zu müssen.

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