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Georgien: Land und Leute

Bevölkerung in Georgien

Mit allen verschiedenen Gruppen und Stämmen macht die Bevölkerung Georgiens heute rund 4,4 Millionen Menschen aus. Auf die Bundesrepublik übertragen bedeutet dies soviel wie die Einwohnerschaft eines Bundeslandes wie Baden-Württemberg. Etwa 80% der Menschen sind reine Georgier.

Aus der Geschichte heraus erklärt es sich, daß die Abstammung der georgischen Bevölkerung heute nur noch schwer nachzuvollziehen ist. Im Laufe der Jahrtausende sind immer neue Völkergruppen in den Kaukasus eingewandert, haben sich mit bestehenden Stämmen und Völkern vermischt. Dazu war Georgien Schauplatz vieler Kriege, wurde oft besetzt und unterlag damit der Vermischung mit anderen Einflüssen. Eine Besiedlung des Kaukasus läßt sich etwa 4000 Jahre weit zurückverfolgen. Den Ursprung der georgischen Kultur legt man heute aus Zeit etwa 800 Jahre vor Christus zurück, als die Protogeorgier im Kartli entlang der Mtkwari siedelte. Daher rührt auch der Name Sakartwelo für das eigentliche Kernland, "Das Land in dem die Kartwelier wohnen". Allerdings hat sich Sakartwelo mit den Jahren als Begriff für das gesamte Georgien eingebürgert.

Im Zeitraum unserer Zeitrechnung dehnte sich Sakartwelo nach Westgeorgien hin aus, eine einheitliche Nation bildete sich trotz der Mischung vieler Völker heraus. Ein wichtiger Faktor war die Annahme des christlichen Glaubens in der Nachbarschaft vieler Länder, die anderen Glaubensgemeinschaften angehörten. Seit dem 12. Jh. hatte sich die Bildung der georgischen Nation abgeschlossen. Auch die in den kommenden Jahrhunderten folgenden Besatzungen des Landes von den Mongolen und Türken bis hin zu den Russen konnten die Nation nicht zerstören.

Auffallend ist, daß der Anteil der Georgier an der Gesamtbevölkerung Georgiens bis zum Mittelalter stets bei etwa 90% blieb. Später verringerte sich ihr Anteil durch die Ansiedlung von Aserbaidschanern, Osseten und anderer Bevölkerungsgruppen. Mit der Annexion Georgiens durch das russische Zarenreich vergrößerten sich Fläche und Bevölkerung. Der Zar betrieb eine offensive Expansionspolitik im Süden seines Reiches. So kamen zwischen den Jahren 1829 und 1879 die Regionen Saingilo, das heutige Aserbaidschan, Samzche-Dshawacheti, Adschara - heute Adscharien - und Teile der heutigeb Türkei hinzu. Georgien wuchs auf eine Fläche von 93.000 km².

Die Situation änderte sich mit der Errichtung der Sowjetherrschaft 1921 nach der kurzzeitigen Unabhängigkeit. Um die Aufständischen in der Türkei auf ihre Seite zu bringen, haben die Sowjets der Türkei Teile Georgiens. Ebenso verleibte sich die russische Förderation Teile der Georgischen Schwarzmeerküste ein. Einige Grenzbereinigungen kamen hinzu. Die Fläche Georgiens schrumpfte auf den heutigen Wert.

Wie andere kommunistische Systeme, z. B. China in Tibet, führte die Sowjets eine expansive Bevölkerungs- und Wohnungspolitik durch. Sie siedelten in den ersten Jahren der Sowjetunion Menschen in der georgischen Republik an. Der Anteil der Georgier an der Gesamtbevölkerung sank zum Teil unter 60%. In den 50er Jahren drehte sich der Trend um, der nichtgeorgische Teil der Bevölkerung begann auszuwandern, der Bevölkerungsanteil der Georgier wuchs auf über 70%. Dabei konzentrierten sich die Nichtgeorgier auf Westgeorgien. In den Bergregionen wie Swaneti und Ratscha blieben die Einheimischen unter sich - ihr Anteil an der Bevölkerung lag bei teilweise 99%.

Migration - Ein- und Auswanderung

Georgier sind seit je her ihrem Land eng verbunden. Sie verlassen Ihr Land nur selten und wenn, dann nur für kurze Zeit. Eine Ausnahme bildete die Terrorherrschaft des gebürtigen Georgiers Stalin, der wie andere Sowjetbürger auch viele Georgier in die Emigration trieb.

Wenn Georgier ins Ausland getrieben werden, so trachten sie danach, ihre Traditionen auch in der fremden Erde weiter fortzuführen. Dies zeigte sich z. B. in der Zeit der persischen und osmanischen Eroberungen im 16. und 17. Jh. Im Norden Irans leben als Beispiel in der Provinz Fereidan Georgier, die seinerzeit von den Abassiden verschleppt wurden. Über all die Jahrhunderte haben sie ihre Sprache, ihre Gebräuche und Traditionen erhalten. In der Türkei waren die Gemeinden der Georgier offensichtlich zu starkem Druck ausgesetzt oder zu klein, so daß sie sich dort angepaßt haben. Im 18. Jh, bildeten sich erste georgische "Kolonien" in Moskau, als die Beziehungen zwischen den Ländern enger wurde. Mit der Annexion Georgiens durch Rußland verstärkte sich der Trend in den Norden. Jedoch reisten bis dato nur wenige Georgier ins westliche Ausland.

Dies änderte sich mit der Machtübernahme durch die Sowjets, die viele Georgier das Leben kostete. Zu zehntausenden flohen nun Georgier aus ihrem Land in den Westen, wo sie vor allem in Frankreich Asyl fanden. Dort konstituierte sich auch eine georgische Exilregierung. Nach dem Ende des II. Weltkrieges nahm die Zahl der Exilanten stark ab. Einige ehemalige Kriegsgefangene, die unter Stalin den Tod erwarten konnten, blieben in der westlichen Hemisphäre.

Eine weitere Änderung vollzog sich mit dem Ende der Sowjetunion und der Unabhängigkeit, die Unruhen und 1991 sowie 1994 bürgerkriegsähnliche Zustände mit sich brachte. Durch die sozialen und politischen Probleme sahen sich viele Georgier dazu gezwungen, ihr Land zu verlassen. Dies ist die massivste Emigrationswelle in diesem Jahrhundert und bringt natürlich Probleme für den Staat, da viele Menschen fehlen. Es wird geschätzt, daß rund 1 Million Georgier inzwischen ihr Land verlassen haben. Mit allen Kriegsflüchtlingen zusammen schätzt man, daß nun rund 4,4 Millionen Georgier im Land leben. Dies ist das Ergebniss der letzten Volkszählen im 21. Jahrhundert. Direkt nach der Unabhängigkeit Georgiens zählte das Land offiziellen Angaben zu Folge 5,4 Millionen Einwohner.

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