Die georgische Heerstrasse

Alte Heerstrasse

Die frühesten schriftlichen Überlieferungen von der Existenz des Karawanenweges stammen vom griechischen Geographen Strabon aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Dies ist die kürzeste, zugleich aber auch beschwerlichste Route zwischen dem Norden und dem Orient. Schon zu jener Zeit war der Bergweg hart umkämpft. Die Räuber waren den Reisenden und Händlern bis ins frühe 19. Jh. hinein eine Plage. Römische Legionen schützten zu dieser Zeit den Weg. Als das Römische Imperium zerfiel und Georgien immer öfter das Opfer dreister Raubzüge wurde, ließ Wachtang Gorgassali in der Dariali-Schlucht mächtige Befestigungsanlagen errichten.

Kurzzeitig ruhig und sicher wurde der Weg im 11. und 12. Jahrhundert, als Dawit der Erbauer die Festung Dariali errichten ließ. In den Jahrhunderten der mongolischen, persischen und osmanischen Eroberungen wagte sich jedoch angesichts der Gefahren kaum jemand über den Kaukasus. Dies änderte sich, als Georgien mit dem Traktat von Georgiewsk russische Kolonie wurde. Im Jahre 1799 wurde der 207 Kilometer lange Weg offiziell zur Heerstraße. Dies geschah auf Grund seiner erheblichen strategischen Bedeutung. Damit war eine Verbindung zwischen Wladikawkas und Tbilissi hergestellt. Bis 1863 wurde eine Trasse gebaut.

Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Georgische Heerstraße mit der Fertigstellung des Eisenbahnnetzes ihre wirtschaftliche Bedeutung. Sie sorgte aber auch für den Austausch zwischen den georgischen und russischen Kulturen. Puschkin und Lermontow besangen sie, auf ihr reisten Gribojedow, Tolstoi, Ostrowski, Tschechow, Repin und Gorki. In umgekehrter Richtung machten sich junge Georgier auf den Weg, um an den Universitäten Moskaus und St. Petersburg zu studieren. Man nannte sie Tergdaleuli – "die vom Wasser Tergi tranken". Und auch Westeuropäer entdeckten ihre Schönheit, beschrieben erlebte Abenteuer: Alexandre Dumas beschrieb die Straße zum Beispiel in seinem Buch "Gefährliche Reise durch den wilden Kaukasus". Der norwegische Schriftsteller Knut Samsun ("Im Märchenland") erwähnte sie oder Ernst Haekel in seinen Reisebriefen.

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