Georgische Exilregierung in Frankreich

Die demokratisch gewählte Regierung der Republik Georgien floh zuerst vor den russischen Invasoren nach Batumi. Die georgische Nationalversammlung trat zum letzten Mal auf georgischem Boden am 17. März 1921 zusammen und beschloss ins französische Exil zu gehen. Am 18. März verließ die Regierung an Bord eines französischen Schiffs Georgien. 

Die Exilregierung richtete sich zuerst im Paris ein. Eine offizielle Botschaft gab es dort bis zum Jahr 1933. Ab 1922 richtete die georgische Exilregierung ihren Sitz in Leuville-sur-Orge ein, rund 25 km von Paris entfernt. 

Vom französischen Exil aus unterstützte die Regierung den Widerstand gegen die russischen Besatzer in Georgien. Ein Aufstand georgischer Einheiten im August 1924 scheiterte, in den Wochen danach wurden Tausende georgischer Regimegegner ermordet. Einige Überlebende flohen ins Ausland.

Nachwirkungen der georgischen Unabhängigkeit

Die drei Jahre der Eigenstaatlichkeit Georgien waren zwar ein kurzer Zeitraum, sind aber bis ins 21. Jahrhundert nicht vergessen. Schon in der Zeit der Sowjetunion erinnerte man sich an den eigenen Staat, was die nationale Identität der Georgier stärkte. Bei der Erklärung der Unabhängigkeit des heutigen Staates am 9. April 1991 bezog man sich auf die Rechtsnachfolge der Demokratischen Republik Georgien. Auch die staatlichen Symbole der Demokratischen Republik Georgien wurden übernommen, bis sie 2004 von der Regierung Saakaschwili durch neue ersetzt wurden. 

Bis heute wird der 26. Mai eines jeden Jahres als Feiertag in Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung in Georgien begangen.

Thomas Berscheid ⧉ 21.07.2017
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