Musik als soziales Element in Georgien

Mehr als 1.500 Jahre Tradition georgischer Musik

Georgien blickt auf mehr als 1.500 Jahre an musikalischer Tradition zurück. Viele Menschen in Georgien singen bei Festen. Diese musikalische Ausbildung ist in früheren Jahren, als es weder Radio noch Fernsehen oder Internet gab, oft im Familienkreis vollzogen worden. Die Dörfer in den Bergregionen in Georgien sind im Winter oft über Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Dann gaben die Großeltern ihr Wissen über die Musik an die Kinder und Enkel weiter. 

Heute gehört die Musik in Georgien beim Feiern dazu. Wer einmal einen Gottesdienst besucht hat oder das Glück hatte, eine Hochzeit zu besuchen, der wird den Klang der georgischen Musik nicht vergessen. 

Bei jeder georgischen Tafel gehört der Gesang dazu. Der Tamada (Tischführer) bringt an einer Tafel nicht nur Trinksprüche aus und moderiert den Abend, in der Regel ist er es auch, der Gesänge anstimmt. Andere Teilnehmer der Tafel fallen in den Gesang mit ein, übernehmen eine Singstimme oder legen mit Anderen zusammen das Fundament des Singens mit der Bassstimme. An solchen Abenden zeigt sich, dass das Singen den Georgiern im Blut liegt. 

Drei und mehr Sänger

Die Größe der Sängergruppen kann bei einer Tafel oder einer Veranstaltung stark variieren. Georgische Ensembles treten oft mit einer zweistelligen Anzahl an Sängern auf der Bühne auf. Meist sind die Stimmen dann so verteilt, dass die überwiegende Zahl der Sänger den Bass übernimmt, wenige Solisten dann die führenden Stimmen. 

Eine andere Größenordnung sind die Trios. Hier ist jeder Stimme genau ein Sänger zugeordnet. Diese traditionelle Art des Ensembles findet man vor allem in Westgeorgien, in erster Linie in der Region Guria.

Musik bei der Arbeit

Musik lieben die Menschen in Georgien aber nicht nur bei Festen. Als die Landarbeit noch vor allem von Hand erledigt wurde, hat man auf den Feldern gesungen. Diese traditionellen Gesänge in Georgien sind eher von Rhythmus geprägt. In Ostgeorgien ist dabei „Orovela“, in Westgeorgien eher „Naduri“, ein komplexer drei- bis vierstimmiger Gesang üblich. 

Männer und Frauen im Gesang

Der Gesang war in Georgien über Jahre hinweg meist Männersache. In den letzten Jahren haben aber auch Ensembles von Frauen damit angefangen, georgischen Gesang auf die Bühne zu bringen. 

Ein exemplarisches Beispiel dafür ist das Ensemble Tutarchela aus Rustavi. Der Frauenchor singt traditionelles georgisches Liedgut und geht damit auch im Ausland auf Tour. Die Filmemacherin Ruth Olshan hat Tutarchela in ihrem Film „Wie Luft zum Atmen“ porträtiert. 

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