Die langen hellen Tage

Eine Geschichte der 1990er Jahre

Georgien im Sommer 1992. Seit einem Jahr ist das Land unabhängig. Die Wirtschaft ist im Keller, die Politik in Aufruhr. In der abtrünnigen Teilrepublik Abchasien herrscht Bürgerkrieg. Nach Jahrzehnten in der Sowjetunion brechen alte Gefüge, alte hierarchische Muster und Beziehungen in sich zusammen. 

Film aus Georgien von Nana Ekvtimischwili und Simon Groß

In diesem Umfeld spielt der Film „Die langen hellen Tage“ von Nana Ekvtimischwili und Simon Groß. Für Ekvtimischwili ist es die Begegnung mit einer Zeit, die sie selber in ihrer Jugend in den 1990er Jahre miterlebt hat. Und entsprechend authentisch ist der Film gelungen. 

Handlung

„Die langen hellen Tage“, im englischen Titel „In Bloom“, georgisch „გრძელი ნათელი დღეები“, erzählt die Geschichte von Eka und Natia, beide 14 Jahre alt. Sie begehren gegen ihre Klassenlehrerin auf und testen damit ihre Stärke und ihre Grenzen. Ekas Vater ist im Gefängnis, Natia hat einen Alkoholiker als Vater. Natia bekommt von ihrem Freund Lado eine Pistole geschenkt, gibt diese jedoch an Eka weiter. Diese schützt damit einen Jungen, der dauernd von seinen Nachbarn im gleichen Alter angegriffen wird. Die Pistole wechselt wieder zu Natia zurück, als diese zur Hochzeit gezwungen wird. 

Authentisches Bild von Georgien

Der Film zeigt kein Bild Georgiens wie aus einem Hochglanzprospekt. Der Film wirkt authentisch. In einer Szene sitzen Natia und Eka auf dem Balkon der Wohnung ihrer Familie in einem Plattenbau in Tbilissi, draußen sieht man die Fassaden der anderen Plattenbauten. Die Straßen sind schmutzig, Müll liegt herum, die Fassaden der Gebäude bröckeln. Eine junge Frau wird entführt und zur Hochzeit gezwungen, eine traditierte Verhaltensweise, die von der jüngeren Generation in Frage gestellt wird. Wie schon im späteren Film „Meine glückliche Familie“ gelingt es Nana Ekvtimischwili und Simon Groß, mit ihrem Film ein lebensechtes Bild von Georgien in der heutigen Zeit einzufangen – wenn auch in diesem Film Internet, Facebook, Whatsapp und Browserspiele keine Rolle spielen.

Zahlreiche Preise bei Festivals

Der Film erhielt bei Festivals zahlreiche Preise für seine Autoren und das Filmteam. „Die langen hellen Tage“ ist kein Blockbuster, der Millionen Zuschauer ins Kino locken wird. Aber ein sehr gelungenes Bild Georgiens und vor allen der Menschen in Georgien.

Weitere Informationen

  • Blog zum Film mit ausführlichen Beschreibungen, Bildern, Kritiken und Pressestimmen
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