Der Naturpark Sataplia

Das Naturschutzgebiet Sataplia ist eine der Attraktionen der imeretischen Hauptstadt. Der Naturpark erstreckt sich auf einer Fläche von 354 Hektar über die Hänge eines erloschenen Vulkans, des knapp über 500 Meter hohen Sataplia-Berges. Sataplia bedeutet so viel wie der Honigsüße, was sich wahrscheinlich auf die wilden Bienenvölker bezieht. Eine Wanderung durch den natürlich gewachsenen Wald bietet eine einzigartige Gelegenheit, in die Fauna und Flora einer Welt zu wechseln. Nirgends sonst finden sich wie in Sataplia auf engstem Raume seltene Vertreter einer subalpischen Flora neben wärmeliebenden subtropischen Pflanzen.

Höhlen durch Zufall entdeckt

Seinen Ausbau zum Naturschutzgebiet verdankt Sataplia zwei Funden des Hobbyforschers P. Tschabukiani. Er war auf der Suche nach den Spuren von Urmenschen 1925 im Waldmassiv von Sataplia und fand ein System von Karsthöhlen und seltsamen Fußabdrücke. 1934 wurde Sataplia unter staatlichen Schutz gestellt. Die Karsthöhlen sind für Touristen seit 1978 bequem zugänglich. Sie begeistern mit ihren Raumeindrücken durch die Stalagmiten und Stalagtiten. Man durchquert die Höhlen entlang eines unterirdischen Flusses, der am Südhang des Sataplia aus dem Berg heraustritt. Entlang dieses Hanges schlängelt sich ein Weg, von dem sich ein herrlicher Blick über die Kolchische Tiefebene bis hin zu den westlichen Ausläufern des Kleinen Kaukasus bietet.

Nach einigen hundert Metern gelangt man zur zweiten Entdeckung P. Tschabukianis. Vor Millionen Jahren war die Rioni-Niederung eine Meeresbucht, an deren Ufer sich allerlei Getier tummelte, zu dem auch Dinosaurier gehörten. Ihre Fußspuren fand der Hobbyforscher in einer lehmhaltigen Mergelschicht. Augenscheinlich waren hier Familien entlangflaniert, die einen - fleischfressende Räuber - vor 120 Mio. Jahren, die anderen – Vegetarier - 60 Mio. Jahre später.

Thomas Berscheid ⧉ 21.07.2017
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