Georgische Literatur im 18. und 19. Jahrhundert

Unter den Dichtern des 18. Jahrhunderts ragen zwei Poeten hervor: Dawit Guramischwili (1705-1792) und Bessarion Gabaschwili (1750-1791). Guramischwili, dessen dramatisches Leben ihn zuerst in dagestanische, dann preußische Gefangenschaft auf der Festung Magdeburg und zuletzt ins ukrainische Exil führte, vollzog letztendlich unter dem Einfluß der westeuropäischen Aufklärung den Bruch mit der orientalisierenden Lyrik, indem er an die georgische Volkspoesie und das Erbe Rustawelis anschloß. In seinen schlichten Gedichten besingt er das Unglück seiner Heimat und beklagt die Zwietracht zwischen den Menschen. Im Gegensatz zu ihm bleibt der unter seinen Kosenamen Bessiki bekannte Gabaschwili in seinen Liebesgedichten, in denen Rosen, Nachtigallen und schwülwarme Nächte zu den wichtigsten Metaphern gehören, dem Orient treu.

Georgische Romantik

Die erzwungene Allianz mit Russland bedeutete die Einbeziehung Georgiens in den europäischen und russischen Prozeß. Die georgische Romantik bezog ihre Kraft einerseits aus der Bitterkeit über den scheinbar endgültigen Verlust der Unabhängigkeit des Landes und andererseits aus der Hoffnung eine Renaissance des einstiges Ruhms. Ihr wichtigster Vertreter waren Fürst Alexander Tschawtschawadse (1786-1846), Grigol Orbeliani (1804-1883), Nikolos Barataschwili (1817-1845).