Wake: Ein Viertel ist in Mode

Auf dem Weg zum Wake Park rollt der Bus entsprechend gemütlich durch den üblichen Verkehr. Das Viertel ist in Mode, und das merkt man. Aus der Ferne grüßen schon die Neubauten diverser Hochhäuser, einige georgische Unternehmen aus der Finanz- und Energiebranche haben sich schon breit und hoch gemacht. 

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Das Denkmal von Galaktion Tabidze ist von Neubauten umringt und als hätte es der Bildhauer gewusst ist der Gesichtsausdruck in Stein entsprechend der Stimmung seiner letzten Lebensjahre. 

Vake selber war schon in der Zeit der Sowjetunion die bessere Adresse von Tbilissi. Das zeigt sich nicht nur an der Bauwut. Wer mit dem Bus vom Rustaweli-Prospekt ins Viertel fährt und seine Kreditkarte locker sitzen hat, der kann hier sein Konto in einer Vielzahl von Geschäften leeren. Alle möglichen Luxusmarken sind hier beiderseits der Straße vertreten. 

Vakis Parki

Das Gelände des Wakis Parki ist in den letzten Jahren noch nicht großartig angetastet worden. Der Park ist im Jahr 1946 eröffnet worden und erinnert an den Sieg über Deutschland im II. Weltkrieg. In der Mitte des Parks steigt man ein paar Treppen in die Höhe und steht vor dem Denkmal des unbekannten Soldaten. Egal wie man über den Sozialismus denkt – die Darstellung des Mannes, der dort liegt, ist schon ergreifend.  

Im Brunnen dahinter haben sich die letzten 14 Jahre Zeitgeschichte in Georgien mit zwei Regierungswechseln niedergeschlagen. Auf der Bergseite sieht man Mosaike mit der 2004 eingeführten Fahne Georgiens. Wer nun Lust auf sportliche Betätigung hat, der kann 60 Meter in die Höhe steigen und sich das Monument zum Sieg über das dritte Reich ansehen. Die Treppen zeigen, dass dieser Park in den letzten Jahren wie so vieles in Tbilissi mit Verfall zu kämpfen hatte. An der Instandsetzung wird aber gearbeitet. Je weiter man nach oben kommt, desto mehr kommt man im Hier und Jetzt an. Am Fuß des Denkmals prangen eine Menge Graffiti.

Nun sollte man sich umdrehen. Der Blick des Betrachters kann nun hervorragend über Wake und andere Stadtteile von Tbilissi wandern. Oberhalb des Parks kann es nun ins Ethnographische Museum oder zum Schildkrötensee weitergehen. Oder die Neubauten betrachten.

Wem der Aufstieg reicht, der kann nun wieder nach unten gehen. Auf der Stadionseite des Parks winkt ein Vergnügungspark für Kinder. Direkt neben der Fontäne unten gibt es jede Menge Spielgeräte, die meisten umsonst. Eine Runde mit einem akkubetriebenen Kinderfahrzeug, egal ob Panzer oder SUV, kostet 2 Lari. Der Park ist auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, sich von der quirligen Stadt ein wenig zu erholen.

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