Problemfelder der Landwirtschaft in Georgien

Mit dem Ende der Sowjetunion endete auch das Paradies der überquellenden Landwirtschaft in Georgien. Durch die Bürgerkriege zu Beginn der 1990er Jahre verlor die Zentralregierung in Georgien den Zugriff auf die abtrünnige Teilrepublik Abchasien, in der ein Großteil der Plantagen für den Anbau von Zitrusfrüchten liegen. Für die georgische Landwirtschaft gingen die Absatzmärkte in Russland verloren. Bauern hatten kein Geld für neues Saatgut, die alten Landmaschinen gingen kaputt und konnten nicht gewartet oder durch neue ersetzt werden. Zudem verfiel die Infrastruktur, so dass die Ernte nicht über die Straßen zu den Absatzmärkten gebracht werden konnte. Möglichkeiten zu Lagerung waren nicht ausreichend vorhanden. All dies führte dazu, dass bis zu 30% einer Ernte nicht verkauft werden konnte.

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Kühlhäuser und landwirtschaftliche Servicezentren

Mit den oben geschilderten Schwierigkeiten hat die Landwirtschaft in Georgien auch heute noch zu tun. Mittlerweile gibt es aber Initiativen, um die Missstände wenigstens zu mildern. Die beiden letzten Regierungen in Georgien haben mit dem Bau von Lagerhäusern und Kühlhäusern begonnen, damit Produkte nicht mehr verderben. Für die Bauern sind rund 30 landwirtschaftliche Servicezentren entstanden, denen sich rund 14.000 Bauern angeschlossen haben. Sie haben die Möglichkeit, sich dort landwirtschaftliche Maschinen zu mieten, um mit modernen Methoden auf ihren Feldern arbeiten zu können.

Anlagen zur Bewässerung verfallen

Ein weiteres Problemfeld ist der Verfall der Anlagen zur Bewässerung in Georgien. In der Zeit der Sowjetunion bewässerte man 386.000 Hektar Land. Heute werden nur noch knapp 80.000 Hektar bewässert. 

Kleinbetriebe und kommunale Verwaltung

Auch die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe stellt eine Herausforderung für die weitere Entwicklung dar. Mehr als die Hälfte der Menschen in Georgien arbeitet in der Landwirtschaft. Der überwiegende Teil der Betriebe ist in Familienbesitz und hat eine Größe von durchschnittlich 1,25 Hektar. Die Anbauflächen sind dadurch fragmentiert und behindern somit die Bestellung durch effektive, modernen Maschinen. Ein weiteres Problemfeld stellt die kommunale Verwaltung dieser landwirtschaftlichen Nutzflächen und die Überweidung dar.