Leseprobe aus der Kriminalgeschichte Es sollte ein schöner Ausflug werden
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einen Auszug aus der Kriminalgeschichte “Es sollte ein schöner Ausflug werden” von Thomas Berscheid vor. Sie können einen Teil der Handlung lesen, als MP3-Datei hören oder als Video verfolgen.
Video: Am Rheinufer ändert sich das Leben
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Am Rheinufer ändert sich das Leben
Es war nun endgültig dunkel geworden. Schröder stand auf, klopfte sich Staub von den Oberschenkeln seiner Anzugshose aus dem preiswerten Kaufhaus. Er zog den Mantel ein Stück enger. Die Innentasche hatte er offen gelassen. Sein Handy nutzte den Spalt aus und fiel aus der Tasche, purzelte über ein paar Steine und blieb dann zwischen den Basaltblöcken liegen, nur ein paar Zentimeter oberhalb der Wasserlinie.
Schröder stieß ein Fluchwort aus, kroch auf den Steinen nach unten, in der Hocke, einen Fuß vor den andern setzend. Die Dunkelheit tat ihr übriges, ihm das Leben schwer zu machen. Irgendwo in einer der dunklen Spalten unter ihm lag sein Handy. Er verkeilte einen seiner Schuhe zwischen zwei Steinen, streckte den rechten Arm nach unten aus und tastete sich durch eine Spalte.
Zwischen den Steinen hatten sich bei Hochwasser nicht nur Reste von Müll abgesetzt, auch kleine Steine fanden dies einen schönen Platz, um sich niederzulassen. Schröder verlagerte sein Gewicht auf den linken Schuh. Dem dort liegenden Kiesel behagte dies gar nicht. Aus Protest über den Druck rollte der Kiesel beiseite. Schröders linker Schuh verlor den Kontakt zu den Steinen. Schröder selbst ruderte ein paar Sekunden mit den Armen hilflos in der Luft herum, stieß einen Laut des Erschreckens aus und fiel dann schwungvoll ins Wasser.
Die Strömung des Rheins wollte Schröder sofort in die Mitte des Flussbettes ziehen, dort, wo die Schrauben der Schiffe weiche Gegenstände wie Menschen in handliche Pakete zerhackten. Schröder war kein Sportler, schon gar kein durchtrainierter Schwimmer, und auch seine Kleidung war zwar für die Arbeit im Büro recht geeignet, nicht jedoch für einen Aufenthalt an der Wasseroberfläche. Begierig saugten sich der Stoff der Hose, des Hemds, der Unterwäsche und des Mantels voll mit dem Wasser des Rheins. Schröder verlor trotz heftiger Ruderbewegungen seiner Arme mehr und mehr an Auftrieb und wurde unter Wasser gezogen.